Schon Albert Einstein hat das Phänomen beschrieben und als „spukhafte Fernwirkung“ beschrieben. Heute ist es hingegen eher als quantenphysikalische Verschränkung bekannt. Gemeint ist jeweils die Tatsache, dass zwei Teilchen über eine lange Distanz miteinander verbunden bleiben: Änderungen an dem einen Teilchen werden von dem anderen dann wie von Geisterhand übernommen. Diese Eigenschaft kann man sich auch in der Kommunikation zunutze machen und Informationen über eine – theoretisch – unbegrenzte Distanz versenden. Der große Vorteil dabei: Die so versendeten Informationen sind absolut sicher und können nur vom Empfänger richtig ausgelesen werden. China hat nun erstmals einen Quantensatelliten ins All geschickt, um die Technik über weite Distanzen zu erproben.


Das Ziel ist eine weltweite Quantenkommunikation zu ermöglichen

Denn auf der Erde sorgen Störungen der Atmosphäre dafür, dass die sichere Übertragung nur bis zu einer Distanz von 144 Kilometern gelingt. Der in einer Höhe von 500 Kilometern über der Erde kreisende Satellit soll nun Experimente mit deutlich weiteren Distanzen ermöglichen. Mit Hilfe von Kommunikationstationen im Weltraum könnte zudem später einmal eine weltweite Quantenkommunikation ermöglicht werden. Die sonst auf der Erde zu beobachtenden Störungen werden dabei umgangen, indem die Information zunächst ins All und von dort an den Zielort geleitet wird. Empfangsstationen auf der Erde sorgen dann auf umgekehrte Weise für die Weitergabe des gesendeten Materials.


Österreich ist an der Satelliten-Mission beteiligt

Benannt ist der nun gestartete Satellit nach dem chinesischen Philosophen Micius, der in China als Entdecker der geradlinigen Ausbreitung des Lichts gilt. Neben chinesischen Forschern sind aber auch österreichische Wissenschaftler an dem Projekt beteiligt. Genau genommen handelt es sich sogar um ein austro-chinesisches Projekt namens „Quantum Experiments at Space Scale“. Die für die Quantenkommunikation mit dem Satelliten benötigten Bodenstationen wurden daher nicht nur in China eingerichtet, sondern auch in Österreich – namentlich in Wien und Graz. Mit den ersten wissenschaftlichen Ergebnissen der Mission ist allerdings erst Mitte nächsten Jahres zu rechnen.

Via: Popsci

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