Eigentlich ging die Welt davon aus, dass bereits im Mai die letzte Arbeit von Stephen Hawking veröffentlicht wurde. Damals erschien im „Journal of High Energy Physics“ ein Aufsatz über die Urknalltheorie, der mit dem Namen des berühmten Physikers versehen war. Die Arbeit hatte Hawking selbst noch kurz vor seinem Tod eingereicht. Nun allerdings ist eine weitere wissenschaftliche Studie erschienen, bei der Hawking zumindest als Zweitautor auftaucht. Diese trägt den Namen „Black Hole Entropie and Soft Hair“ und wurde von drei Physikern veröffentlicht, die zuvor eng mit dem berühmten Wissenschaftler zusammengearbeitet hatten. Die drei Erstautoren versichern daher auch: Hawking war bis zuletzt über die Ergebnisse informiert und teilte die in dem Aufsatz vertretenen Ansichten.


Bild: Dimitrios Psaltis, University of Arizona

Das Informationsparadoxon beschäftige den Physiker bis zum Schluss

Beschäftigt haben sich Sasha Haco und Malcolm Perry von der Cambridge University und Andrew Strominger von der Harvard University mit dem sogenannten Informationsparadoxon. Dieses basiert auf zwei unterschiedlichen Annahmen: Zum einen ist in der Physik die Regel anerkannt, dass Informationen niemals verloren gehen. Gleichzeitig war Hawking aber davon überzeugt, dass Schwarze Löcher Wärme in den Weltraum abgeben und irgendwann vollständig verdampfen. Was aber passiert in einem solchen Fall mit den zahlreichen Objekten, die das schwarze Loch zuvor eingesaugt hatte? Die nun veröffentlichte Arbeit kann dieses Paradoxon nicht vollständig auflösen, postuliert aber zumindest einen interessanten Ansatz. Denn wenn ein Objekt in einem schwarzen Loch verschwindet, erhöht sich dadurch nicht nur die Temperatur, sondern auch der Grad der Unordnung – die sogenannte Entropie.

Die Problematik bleibt zunächst noch ungelöst

Diese wiederum könnte sich messen lassen – so die Annahme der Forscher – indem man kleine Lichtteilchen genauer analysiert. Die Photonen kreisen stets um den Ereignishorizont des schwarzen Lochs und wurden nun erstmals genutzt, um den Grad der Entropie darzustellen. Das zugrunde liegende Informationsparadoxon wurde dadurch zwar noch nicht gelöst, die Arbeit könnte aber als Basis für weitergehende Forschung dienen. Dass sich Hawking bis zuletzt mit der Thematik beschäftigte, ist kein Zufall: Zeit seines Lebens war er von schwarzen Löchern fasziniert und leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die grundlegenden Arbeiten von Albert Einstein aus dem frühen 20. Jahrhundert zu ergänzen. Ob noch weitere unveröffentlichte Studien existieren, bei denen Hawking als Zweitautor aktiv war, lässt sich aktuell nicht sagen.


Via: The Guardian

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