Eine der größten Bemühungen in der Raumfahrt ist es derzeit, die Kosten für Missionen zu senken – egal, ob bemannt oder unbemannt. Elon Musks SpaceX ist momentan ohne Frage einer der Vorreiter in diesem Gebiet. Die Raketen des Unternehmens können zu einem großen Teil wiederverwertet werden. Das gilt auch für die momentan größte Rakete der Welt, die Falcon Heavy. Aber auch andere Unternehmen sind bemüht, die Kosten in der Raumfahrt zu senken. Unter ihnen ist beispielsweise das Unternehmen Relativity Space, das eine Rakete nahezu komplett mit 3D-Druckern produzieren will.


Raketen aus dem 3D-Drucker

60 Tage – so lange soll es laut CEO Tim Ellis dauern, bis Relativity Space eine Rakete mit einem 3D-Drucker produziert hat. Der Gedanke, ein Raumfahrzeug so gut wi komplett mit 3D-Druckverfahren zu erzeugen, mutet etwas verrückt an. Aber dennoch gelang es dem Startup aus Los Angeles, Investoren derart von der Idee zu überzeugen, dass 35 Millionen US-Dollar zusammenkamen.


Konkurrenten wie SpaceX nutzen derzeit bereits vereinzelt Teile aus dem 3D-Drucker. Aber fast eine komplette Rakete so herzustellen, darauf ließ sich bisher noch niemand ein. Die Rakete von Relativity Space soll zu 95 Prozent aus Teilen aus einem 3D-Drucker bestehen. Außerdem sollen die benötigten Bauteile von gut 100.000 auf lediglich 100 reduziert werden.

Das Startup wurde 2015 gegründet und konnte seitdem mehr als 45 Millionen US-Dollar für die Produktion der Raketen sammeln. Die kürzlich gesicherten Mittel sollen für den Kauf eines zweiten Druckers sowie für personelle Erweiterungen verwedent werden.

Zum Mars und zurück

Erste Tests mit den eigens entwickelten Aeon-Boostern sollen noch in diesem Jahr stattfinden. Bei den auf den Namen Terran getauften Raketen sollen dann insgesamt neun dieser Booster verwendet werden. Das Unternehmen rechnet mit Kosten in Höhe von etwa 10 Millionen US-Dollar pro Start.

Mit den Raketen sollen vorerst Lasten von bis zu 1250 Kilogramm ins All gebracht werden können. Verglichen mit den 64 Tonnen Nutzlast der Falcon Heavy Rakete ist das nahezu lächerlich. Dennoch wäre Relativity Space mit dieser Nutzlast bereits konkurrenzfähig, da es weitaus schwächere Raketen gibt. Relativity Space möchte zu einem möglichst geringen Preis kommerzielle Satelliten in einen niedrigen Erdorbit bringen. Das Startup hat daher nicht vor, wirklich mit SpaceX oder gar mit der NASA zu konkurrieren, auch wenn Tim Ellis hofft, dass eines Tages Terran Raketen zum Mars fliegen können. Erste Testflüge mit den Raketen sollen 2020 stattfinden.

via Futurism

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