Weltweit konnte in den letzten Wochen ein rapide fallender Ölpreis beobachtet werden. Der Minustrend wird Experten zufolge zunächst anhalten. Gestern fiel der Preis für ein Fass Öl im Raum der Nordseesorte Brent sogar unter 50-Dollar. Vor einigen Monaten kostete die selbe Menge noch über 100 US-Dollar. Denkbar ist sogar, dass die Preise in naher Zukunft auch an der 40 Dollar Grenze kratzen. Manche Experten gehen sogar von noch drastischeren Preisstürzen aus.


Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Fracking ist für den sinkenden Ölpreis verantwortlich

Die Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC, stellt das Kartell der traditionellen Förderländer dar. Es obliegt eigentlich im Ermessen der Vereinigung bei derartigen Ölpreis-Schwankungen einzuschreiten und beispielsweise die Fördermengen so zu regulieren, dass der Preis wieder ein stabiles Niveau erreicht. Im aktuellen Fall wird die OPEC jedoch nicht aktiv. Der Grund dafür ist Medienberichten zufolge die durch das moderne Fracking-Verfahren geschaffene Überproduktion von Öl. Die USA gilt dabei als Vorreiter und fördert seit geraumer Zeit ihr eigenes Öl um somit weitestgehend den Energiebedarf im eigenen Land zu decken. Das wiederum hat zur Folge, dass es global gesehen zu einer Überproduktion kommt, da mehr Öl produziert wird, als verbraucht wird. Hinzu kommt die weltweit anhaltende Wirtschaftsschwäche, welche die Entwicklungen verstärkt. Schließlich benötigen Unternehmen, die weniger produzieren auch weniger Energie und somit auch weniger fossile Brennstoffe wie Öl.

Hinter dem Nicht-Einschreiten der OPEC steckt Experten-Meinungen zufolge ein knallhartes Kalkül. Dabei stehen Fracking-Unternehmen auf der Liste der bedrohten Förderer. Fracking verschlingt hohe Förderkosten, so dass sich die Geschäfte bereits bei einem Ölpreis zwischen 50 und 60 US-Dollar nicht mehr lohnen. Da Fracking-Unternehmen den Experten der OPEC nach hauptsächlich für den Preissturz des Ölpreises verantwortlich sind, müssen diese die salzige Suppe nun allein auslöffeln. Die Strategie der OPEC scheint bereits aufzugehen. So haben sich die ersten Fracking-Unternehmen in den USA aus dem Geschäft zurück gezogen. Andere wiederum haben ihre Investitionen stark gedrosselt.


Vertreter der US-Fracking-Industrie teilen die Auffassung, dass auch Öl-Länder wie die arabischen Staaten, Venezuela oder Nigeria auf lange Sicht dem Preisverfall nicht Stand halten können.

Niedrigpreise wirken als kurzfristiges Konjunkturpaket

Kurzfristig gesehen stimuliere der niedrige Ölpreis allerdings auch die Wirtschaft der Länder. Verharrt der Preis bei dem aktuellen Niveau, würden Haushalte und auch Unternehmen in diesem Jahr um rund 20 Milliarden Euro entlastet. Die Ersparnisse könnten wiederum in Konsum und Investitionen umgelenkt werden und die Wirtschaft im Inland beflügeln.

Fracking und die mit der neuartigen Fördermethode verbundenen Folgen sorgen weiterhin für heftige Diskussionen. Zuletzt geriet der US-Bundestaat New York mit einem Fracking-Verbot in die Schlagzeilen. Die US-Innenministerin Sally Jewell kritisierte wiederum die Fracking-Verbote.

Aktuellen Untersuchungen zufolge konnte Fracking als Ursache für Erdbeben in Ohio im März 2014 genannt werden. Bei bestimmten Bodenstrukturen kann Fracking relativ starke Erdbeben herbeiführen. Forscher und Wissenschaftler warnen seit längerem bereits vor den Folgen der Fördermethode.

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