Für die Bundesregierung ist die Sache klar: Sie würde es gerne sehen, wenn auch deutsche Firmen in Produktionsstätten für Batterien von Elektroautos investieren würden. Allerdings kann die Kanzlerin den Autobauern nicht einfach befehlen, diesen Schritt zu gehen. Sie kann nur immer wieder dafür werben. Unterstützung erhält sie dabei von Seiten der Arbeitnehmer. Sowohl die Gewerkschaften als auch die Betriebsräte dringen immer wieder darauf, eigene Batterie-Fabriken zu eröffnen. Bei Audi scheint dieser Druck nun zum Erfolg geführt zu haben. Die Marke aus dem VW-Konzern hat beschlossen, zukünftig am Unternehmenssitz in Ingolstadt entsprechende Kapazitäten aufzubauen. Damit wird eine Forderung von Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch erfüllt.


Der Markt wird von asiatischen Unternehmen dominiert

Dieser hatte aus zwei Gründen auf diese Investition gedrungen. Zum einen befürchtet er, dass Audi andernfalls in eine zu starke Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern gelangen könnte. Bisher nämlich wird der Markt von einigen wenigen Unternehmen dominiert. Langfristig könnte dies dazu führen, dass sich die einzelnen Hersteller in Sachen Batterieleistung so gut wie gar nicht unterscheiden. Für Audi, das seine Autos im Premium-Segment sehr teuer verkauft, könnte dies zum Problem werden. Hinzu kommt: Durch die Elektrifizierung des Automobilsektors sind auch zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr. Denn die Konstruktion eines Elektromotors ist deutlich simpler als die eines Verbrenners. Der Betriebsratschef sieht nun die Chance, durch die Produktion der Batterien in Eigenregie zahlreiche Jobs zu sichern.


Die Batteriezellen werden weiterhin zugekauft

Die Entscheidung von Audi ist allerdings nur ein erster Schritt in Richtung eigener Kompetenz in Sachen Batteriefertigung. Denn zunächst sollen die eigentlich entscheidenden Batteriezellen auch weiterhin zugekauft werden. In Ingolstadt werden sie dann lediglich zu den fertigen Batterien zusammengebaut. Ein nicht unerheblicher Teil der Wertschöpfung und Kompetenz verbliebe somit bei den Zulieferern. Auch hier will Peter Mosch aber noch auf eine Veränderung drängen. Andere deutsche Automobilunternehmen mussten allerdings bereits die Erfahrung machen, dass die Produktion von Batteriezellen gar nicht so einfach wirtschaftlich zu betreiben ist. So betrieb Mercedes gemeinsam mit Evonik eine entsprechende Produktion, die inzwischen aber eingestellt wurde.

Via: Wiwo

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1 Kommentar

  1. Andro Wegner

    23. Dezember 2018 at 21:16

    Autos mit Brennstoffzellen

    Ich finde den Ausbau von E-Mobilität gut. Aber Brennstoffzellen finde ich besser.
    1. sind schon 3 serienmäßig produzierte Autos mit Brennstoffzellen auf dem Markt.
    2. gibt es massenhaft Windräder, die regelmäßig abgeschaltet werden, weil sie sonst mehr Strom produzieren würden, als das Netz verträgt, sagt man. Oder sie produzieren mit dem überflüssigen Strom bereits Wasserstoff und wissen nicht, wohin mit dieser Menge.
    3. gibt es eine Speichertechnologie, mit der sich Wasserstoff in großen Mengen ohne Feuergefahr oder Druck lagern und transportieren lässt. Für den Tank ist eine entsprechende Entwicklung in Arbeit
    .
    Wenn man diese Komponenten verknüpft und die Infrastruktur ausbaut, dann verbilligt sich der Wasserstoff und wird umweltfreundlich. Die Autos verbilligen sich ebenfalls aufgrund der größeren Stückzahlen.

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