Ölpipelines unterhalb der Wasseroberfläche zu verlegen, ist teuer und aufwendig. Mindestens ebenso kompliziert, ist auch die Wartung bereits installierter Röhren. Denn während Schäden an Land sofort sichtbar werden, lassen sich Lecks unter Wasser nur indirekt nachweisen und müssen dann aufwendig gesucht werden. Neue Technologien könnten da Abhilfe schaffen. So stehen den Firmen beispielsweise immer ausgereiftere Unterwasserroboter zur Verfügung. Das norwegische „SmartPipe“-Projekt setzt hingegen auf einen anderen Ansatz: Die Pipeline soll in die Lage versetzt werden, Alarm zu schlagen, wenn es zu Problemen kommt.


Smarte Ölpipeline
Ole Øystein Knudsen präsentiert dei SmartPipe ; Foto Thor Nielsen/SINTEF

Noch gibt es Probleme beim Transport

Gestartet wurde die Initiative bereits im Jahr 2006. Inzwischen sind die Forscher so weit, dass sie bereits einen ersten Prototyp im Hafen von Oslo testen konnten. Die an der Pipeline angebrachten Sensoren funktionierten dabei auch unter Wasser einwandfrei und übermittelten die gesammelten Daten störungsfrei auf die Computer an Land. Probleme gab es allerdings beim Transport der intelligenten Röhren – nicht alle Sensoren überstanden die simulierte Beförderung auf das Meer unbeschadet. Nach Angaben der beteiligten Forscher sollen aber kleinere Modifikationen ausreichen, um die Widerstandsfähigkeit der Sensoren entsprechend zu erhöhen.

Funktionieren soll die smarte Pipeline dabei mit Hilfe von rund 24 Meter langen Gürteln, die mit Sensoren bestückt sind und an die klassische Pipelineröhre angebracht werden. Die Sensoren sind dann beispielsweise in der Lage, die Dicke, die Spannung, die Temperatur und die Vibration der Pipeline zu erfassen. Weisen diese Werte dann deutlich vom Normalfall ab, wird eine Warnung an die Techniker an Land oder auf einer in der Nähe befindlichen Bohrinsel gesendet.


Pilotphase startet jetzt

Neben der einheimischen norwegischen Ölindustrie, haben auch US-Firmen ihr Interesse an der neuen Technik bekundet. Sollte die jetzt angelaufene Pilotphase, in der die intelligenten Röhren unter echten Bedingungen zum Einsatz kommen, erfolgreich verlaufen, könnte die Vermarktung der Neuentwicklung beginnen.

Quelle: Gizmag

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