Die Datenbrille Google Glass wurde von Experten als technischer Meilenstein bezeichnet. Als Produkt für Endkunden konnte sie sich allerdings nicht durchsetzen. Denn die Brille besaß zwar einige erstaunliche technische Fähigkeiten. Allerdings war für den Gegenüber auch klar ersichtlich, dass es sich um eine Datenbrille handelte. Für viele Menschen war dies ein eher unangenehmes Gefühl. Die Brille brachte daher eine gewisse Stigmatisierung mit sich. Heute wird sie vor allem in der Industrie eingesetzt. Der deutsche Bosch-Konzern verfolgt daher nun einen etwas anderen Ansatz. Die Ingenieure des Unternehmens haben eine Datenbrille entwickelt, deren technische Fähigkeiten vergleichsweise überschaubar sind. Dafür ist das System aber auch nur 75 x 8 x 10 Millimeter groß und lässt sich in klassische Brillenbügel integrieren.


Bild: Bosch

Eine Kopplung mit dem Smartphone ist zwingend notwendig

Ein weiterer großer Vorteil besteht darin, dass kein eigenständiges Display benötigt wird. Denn die Darstellung erfolgt unmittelbar auf der Netzhaut des Nutzers. Dort erscheint dann ein hochauflösendes 2D-Bild in der Größe einer Visitenkarte. Der Clou: Die Darstellung ist nur für den Träger der Brille zu sehen. Außenstehende hingegen müssen schon sehr genau hinschauen, um einen kleinen bunten Punkt auf den Brillengläsern zu entdecken. Ist das System ausgeschaltet ist zudem überhaupt nicht zu erkennen, dass es sich um eine Datenbrille handelt. Allerdings besitzt die Brille selbst keine eigene Intelligenz. Vielmehr muss sie mit einer Smartphone-App gekoppelt werden, um die gewünschten Informationen anzuzeigen. Durch das Antippen des Brillenbügels lassen sich aber zumindest kleinere Steuerungsbefehle auch ohne das Handy übermitteln.

Der Verkaufspreis hängt von den integrierten Anwendungen ab

Bosch selbst will die Vermarktung der Brille an den Endkunden allerdings nicht übernehmen, sondern sieht sich als reiner Zulieferer. Daher soll das System ausschließlich an andere Konzerne verkauft oder vermietet werden, die daraus dann eigene Produkte entwickeln können. Anwendungsmöglichkeiten gibt es einige. So könnten etwa die Anbieter von Navigationssystemen daran interessiert sein, auf diese Weise Informationen zu übermitteln. Letztlich dürfte die unsichtbare Datenbrille von Bosch also in vielen unterschiedlichen Ausführungen mit sich unterscheidenden Fähigkeiten auf den Markt kommen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass bisher noch kein Verkaufspreis kommuniziert wurde. Klar ist aber: Durch die bewusste Limitierung der Fähigkeiten dürfte die Datenbrille deutlich günstiger sein als einst die ersten Google-Glass-Modelle.


Via: Bosch

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