Frank Thelen wird in der Öffentlichkeit oft als Tech-Investor bezeichnet. Tatsächlich hat sein Wagniskapitalfonds Freigeist aber ein sehr breit gefächertes Portfolio. Die Investitionen reichen von Food-Startups über Mode-Unternehmen bis hin zu Flugtaxis. Zuletzt allerdings kündigte Thelen eine stärkere Fokussierung an. Ein Großteil des Geldes soll zukünftig in sogenannte Deep-Tech-Unternehmen fließen. Damit sind komplexe Technologien gemeint, die das Potential besitzen ganze Branchen oder Wirtschaftsprozesse zu revolutionieren. Ein erstes Beispiel der neuen Strategie: Freigeist investiert einen hohen einstelligen Millionenbetrag in das Startup Smartlane. Es handelt sich um die größte jemals getätigte Einzelinvestition von Thelen und Freigeist. Das große Ziel: Die vollständige Digitalisierung der Logistik-Branche.


Künstliche Intelligenz sorgt für die optimale Auslastung

Denn obwohl der weltweite Warentransport das Rückgrat der globalen Wirtschaft bildet, operieren die meisten Firmen noch immer mit Telefon, Stift und Excel-Tabellen. Bei Smartlane hingegen kommt hochmoderne Technologie zum Einsatz, um die Flotten der Transportunternehmen möglichst effizient auszulasten. Das dahinter stehende Prinzip wird von dem Startup als „Transport Mining“ bezeichnet. Schlaue Algorithmen gleichen dabei die zur Verfügung stehenden Transportkapazitäten mit den Kundenwünschen und den vorhandenen Lieferfenstern ab. Zusätzlich werden weitere Daten wie die aktuelle Verkehrslage und die Position der einzelnen Fahrzeuge mit einbezogen. Am Ende können so Transportrouten generiert werden, die für möglichst wenige Leerfahrten sorgen. Mit jeder durchgeführten Berechnung lernt die künstliche Intelligenz zudem dazu.


Amazon arbeitet mit ähnlichen Systemen

Je mehr Kunden die Technologie also nutzen, desto besser werden auch die Ergebnisse. Tatsächlich konnte das Startup bereits einige namhafte Firmen von sich überzeugen – unter anderem die Deutsche Bahn und die Metro. Auch deshalb entschied sich Thelen für das Investment. Der Investor sieht das Startup dabei langfristig auf Augenhöhe mit dem großen Pionier der Branche. Seiner Einschätzung nach könnte Smartlane dafür sorgen, dass mehr Händler auf eine ähnliche ausgeklügelte Logistik-Technologie zurückgreifen können wie Amazon. Denn diese müssten die nötigen Investitionen dann nicht mehr in Eigenregie finanzieren, sondern könnten auf die Dienste des Startups zurückgreifen. Das Geld von Freigeist soll nun genutzt werden, um das Wachstum von Smartlane weiter zu beschleunigen.

Via: Handelsblatt

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