Der technische Fortschritt sorgt dafür, dass auch medizinische Geräte immer kleiner und günstiger werden. Viele Untersuchungen, die früher nur im Labor oder im Krankenhaus möglich waren, können inzwischen auch dezentral vor Ort durchgeführt werden. Dies gilt beispielsweise auch für die Suche nach Biomarkern im Blut, die auf eine Krebserkrankung hindeuten können. Forscher der Loughborough University entwickelten im vergangenen Jahr beispielsweise ein entsprechendes Mini-Labor, das in jede Handtasche passt. Wissenschaftler der Washington State University gehen nun noch einen Schritt weiter. Sie haben einen Smartphone-Sensor präsentiert, der als Spektrometer dient und bis zu acht Proben gleichzeitig untersuchen kann. Die Treffsicherheit ist dabei vergleichbar mit Untersuchungen im Labor.


Copyright: Washington State University
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Krankenhäuser ohne große Laborkapazitäten könnten von der Erfindung profitieren

In diesem konkreten Fall suchte der Sensor nach Interleukin-6 in den Proben. Ein positiver Befund kann dabei auf Leber-, Lungen- oder Brustkrebs hindeuten. Bei Tests erwies sich der Befund des Smartphone-Spektrometers in 99 Prozent der Fälle als korrekt. Ein Wert, der auch von spezialisierten Labors nicht überboten werden kann. Zum Einsatz kommen könnte die Technik daher beispielsweise in Krankenhäusern, wo viele Proben untersucht werden müssen, aber keine oder keine ausreichenden Laborkapazitäten vorhanden sind. Auch für die medizinische Versorgung in abgelegenen Regionen ohne gute Infrastruktur könnte die Probenanalyse per Smartphone-Sensor einen erheblichen Fortschritt darstellen. In jedem Fall gilt: Auch wenn die Biomarker auftreten, sind zunächst noch weitere Tests notwendig, um die Krebsdiagnose final zu bestätigen.

Auch in Deutschland wird an einer ähnlichen Technologie geforscht

Smartphones werden dabei in vielen wissenschaftlichen Projekten als mögliche neue medizinische Analysegeräte in den Blick genommen. So gelang es Wissenschaftlern in Hannover mit einem leicht modifizierten Smartphone, verschiedene Körperflüssigkeiten zu analysieren. Die Anwendungsmöglichkeiten einer solchen Technologie wären dann vielfältig. So könnten nicht nur Krankheiten mithilfe des Smartphones diagnostiziert werden, sondern auch Messungen des Blutzuckerspiegels und sogar Schwangerschaftstests wären dann möglich. Die Wissenschaftler konnten daher bereits 900.000 Euro an Fördergeldern einsammeln und wollen ihre Erfindung damit zur Marktreife bringen. Wie lange dies dauern wird, ist aber noch nicht abzusehen.


Via: Washington State University

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