Dieser Sommer war lang und hart – und ob er zu Ende ist, ist noch nicht ganz klar. Manch einer mag das als angenehm empfunden haben, aber die anhaltende Hitze brachte auch einige Probleme mit sich, unter anderem für die Landwirtschaft. Und seien wir mal ehrlich: 32 Grad im Urlaub am Strand können angenehm sein. 32 Grad über mehrere Wochen im urbanen Großstadtdschungel sind eher unangenehm. Teilweise wird bereits vor einer herannahenden Heißzeit gewarnt. Das würde auch von deutschen Städten Anpassungen verlangen. Einige Städte haben damit bereits begonnen.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, CC BY-SA 2.0

Karlsruhe setzt auf Wasser und Bäume

Die Stadt Karlsruhe liegt in Deutschlands wärmster Gegend und befasst sich bereits deshalb bereits länger mit dem Umgang mit Hitze. Die Lösungsansätze der Stadt sind Wasser und Bäume. Der neu hergerichtete Marktplatz ermöglicht aufgrund der unterirdischen Haltestelle und zahlreicher Leitungsbahnen dicht unter der Oberfläche keine Bepflanzung mit zahlreichen Bäumen, aber helle Steinplatten in Kombination mit Wasserspielen auf einer Fläche von 180 Quadratmetern sowie 31 Düsen im Boden mit bis zu 1,5 Metern hohen Wasserfontänen sollen das Klima auf dem Marktplatz erträglicher machen. Die neue Fußgängerzone sollen zahlreiche Zürgelbäume gepflanzt werden, die sehr hitzeresistent bin. Karlsruhe rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem Temperaturanstieg von mindestens 20 Grad und möchte heute bereits die Weichen stellen. Dazu gehören auch helle Gebäudefassaden, die sich weniger aufheizen, sowie die Begrünung von Stadtteilen für mehr Schatten.

Berlin und Hamburg: Begrünung und Flutschutz

In Berlin gibt es bereits seit 2011 einen Stadtentwicklungsplan Klima. Die deutsche Hauptstadt könnte klimatisch im Jahr 2100 mit der südfranzösischen Stadt Toulouse vergleichbar sein. Berlin will sich durch viele kleine Maßnahmen vorbereiten und so widerstandsfähiger gegen steigende Temperaturen und Unwetter werden. Die Wälder in der Stadt sollen mit stressresistenten Bäumen umstrukturiert werden. Außerdem sind Dachbegrünungen, Renaturierungen von Gewässern und eine Vergrößerung der Kanalisation geplant. Auch das Tempelhofer Feld, der frühere Stadtflughafen, ist in die Pläne involviert. Die etwa drei Quadratkilometer große Fläche ist unter anderem für die Entstehung von nächtlicher Kaltluft verantwortlich. Außerdem sollen in den dicht bebauten Stadtgebieten Höfe entsiegelt und begrünt werden.


Die Nordmetropole Hamburg muss sich neben mehr Hitze und Unwettern noch auf ein anderes Problem vorbereiten: Die Klimaveränderungen werden zu einem steigenden Meeresspiegel und höher auflaufenden Sturmfluten führen. Die Stadt arbeitet daher daran, den Schutz vor den Fluten zu erhöhen. Zwischen den Landungsbrücken und der Hafen-City entsteht daher ein massiver Betonwall, der zwar die Sicht auf die Elbe versperrt, aber dank seines tribünenartigen Designs Raum zum Flanieren bietet. Die Hafencity selber ist nicht geschützt – bei einer Sturmflut wird sie nahezu komplett überflutet. Erhöhte Straßen sowie künstliche Anhöhen, auf denen mit gegen das Wasser geschützten Sockelgeschossen ausgestattete Gebäude stehen, sollen Sturmschäden vorbeugen.

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