Über die genauen Folgen des Klimawandels wird derzeit engagiert diskutiert. Eine neue Studie enthüllt nun, dass die durch die Erderwärmung verursachten Klimaveränderungen zu schwerwiegenderen Folgen führen könnten als bisher angenommen wurde. Bereits jetzt sind laut der Studie viele Regionen von mehreren Folgen des Klimawandels auf einmal betroffen. So paaren sich vermehrte Hitzewellen und Dürren mit Stürmen und anderen extremen Wettersituationen. Sollte der Klimawandel ungehindert fortschreiten, so die Forscher, sähen sich im Speziellen Küstengebiete bis zum Jahr 100 mit bis zu sechs Klimafolgen auf einmal konfrontiert.


Foto: Dry!, TheZionView View, Flickr, CC BY-SA 2.0

Metastudie untersucht die Auswirkungen des Klimawandels

Wetterextreme wie etwa Dürren, starke Stürme oder heftiger Regen nehmen in den letzten Jahren vermehrt zu. Zusätzlich sind viele Küstengebiete und Inseln durch den steigenden Meeresspiegel bedroht. Und die größte Gefahr geht nicht von den einzelnen Extremen aus, sondern von ihrer Kombination. Das zeigt zumindest eine Metaanalyse eines Teams rund um Camilo Mora von der University of Hawaii in Manoa. „ Wenn wir nur die direktesten Bedrohungen durch den KIimawandel berücksichtigen, wie Hitzewellen oder starke Stürme, dann übersehen wir die noch größere Gefahr durch eine Kombination dieser Klimafolgen„, so die Wissenschaftler.

Das Team analysierte für seine Metastudie insgesamt mehr als 3000 Studien, die sich mit den Folgen des Klimawandels und ihren Auswirkungen auseinandersetzen. Dabei fanden sie 467 verschiedene Wechselwirkungen, die die Menschheit bereits jetzt betreffen. Die beschriebenen Wirkungen reichen von Gesundheitsfolgen (etwa die vermehrte Ausbreitung von Infektionskrankheiten) über Nahrungsmittelknappheit und Wassermangel hin zu wirtschaftlichen Folgen.


Bereits heute sind die Auswirkungen zu spüren

Das Zusammentreffen von verschiedenen Klimarisiken zeichnet sich nicht erst irgendwo am Horizont ab, es ist schon da. Schon jetzt machen gleichzeitig auftretende Klimafolgen weltweit Schlagzeilen„, so Mora. Als Beispiel nennen die Forscher etwa Florida. Der US-Bundesstaat wurde diesen Sommer mit einer Kombination aus einer extremen Dürre mit Rekordtemperaturen und Waldbränden und dem Hurrikan „Michael“ konfrontiert. Und auch in Südostasien wechseln sich inzwischen Hitzewellen mit Wirbelstürmen ab. „ Die Belege dafür, dass der Klimawandel die Menschheit beeinträchtigt, sind zahlreich, klar und nicht mehr zu übersehen. Die Frage ist: Wie viele Weckrufe benötigen wir noch, bis wir endlich aufwachen?„, so Daniel Spirandelli, der an der Studie beteiligt war.

Auch Deutschland wäre betroffen

Bis zum Jahr 2100, so die Forscher, könnte die Häufung von Klimafolgen derart zunehmen, dass einige Regionen zeitgleich bis zu sechs der Folgen ausgesetzt sind. Voraussetzung ist, dass der Klimawandel so fortschreitet wie es aktuell der Fall ist. Ein Großteil der Weltbevölkerung wäre dann mit mindestens drei Klimafolgen konfrontiert. Die größte Ballung gäbe es laut der Simulation in tropischen Küstengebieten – so etwa die Küsten Südostasiens, Ost- und Westafrikas sowie die Atlantikküste Süd- und Mittelamerikas. Durch effektiven Klimaschutz könnte diese Ballung auf bis zu drei Effekte auf einmal reduziert werden. Eine interaktive Karte im Netz zeigt, wo die Klimaeffekte zusammentreffen würden.

Auch in Deutschland käme es zu einer Ballung von Klimaeffekten. So wären die deutschen Küsten etwa vom Meeresspiegelanstieg, biologischen und chemischen Veränderungen der Nord- und Ostsee sowie von Dürren, Erwärmung und Starkregen betroffen. In Süddeutschland käme es zu Hitzewellen, Dürren und Wassermangel. Die Forscher betonen, dass die Situation sich weiter verschlimmert, je länger wir uns nicht ausreichend mit dem Thema Klimaschutz befassen. „ Gleichzeitig bestätigt die Studie: Wenn wir schnell handeln und die CO2-Emissionen dramatisch verringern, können wir zukünftige Schäden und Leiden noch verringern„, so der Klimaforscher Michael Mann von der Pennsylvania State University, der nicht an der Studie beteiligt war

via MoraLab

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