So gut wie alle Wissenschaftler sind sich einig, dass der CO2 Ausstoß reduziert werden muss, um die Erderwärmung zu begrenzen. Dies alleine könnte aber noch nicht ausreichen. Vielmehr gehen viele Experten davon aus, dass teilweise auch CO2 wieder aus der Luft gefiltert werden muss. Die dafür benötigte Technologie – auch bekannt als Direct Air Capture (DAC) – existiert bereits seit einigen Jahren. In der Schweiz ist sogar bereits eine kommerzielle Anlage in Betrieb gegangen. Bisher galt der Ansatz aber noch als zu teuer, um großflächig umgesetzt zu werden. Dies könnte sich nun ändern. Denn die kanadische Firma Carbon Engineering hat drei Jahre lang eine Pilotanlage betrieben und die Testphase in einem wissenschaftlichen Paper ausgewertet. Das Ergebnis: Die Umwandlung ist deutlich günstiger als gedacht.


Foto: Carbon Engineering

Die Kosten sollen auf weniger als 100 Dollar pro Tonne gesenkt werden

„Bis jetzt haben Forschungsarbeiten darauf hingedeutet, dass es 600 Dollar pro Tonne kosten würde, das CO2 mithilfe der DAC-Technologie aus der Atmosphäre zu filtern. Damit wäre der Ansatz zu teuer, um realistischerweise CO2 im großen Stil zu entfernen,“ erklärte David Keith, der die Arbeiten an der Pilotanlage leitet und fügt hinzu: „Bei CE arbeiten wir bereits seit dem Jahr 2009 an Direct Air Capture Systemen und betreiben seit dem Jahr 2015 unsere Pilotanlage. Wir haben jetzt die Daten und Expertise, um zu zeigen, dass DAC für Kosten von weniger als 100 Dollar pro Tonne realisiert werden kann.“ Oder anders ausgedrückt: Die Technologie ist nun preiswert genug, um tatsächlich einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Eine CO2-Steuer könnte die Technik marktreif machen

Zu den Investoren der Firma gehören so bekannte Namen wie Microsoft-Gründer Bill Gates. Als Endprodukt entsteht in der Pilotanlage aktuell eine Mischung aus Benzin und Diesel. Diese kann verwendet werden, um damit beispielsweise das Auto aufzutanken. Statt also Rohöl aus der Erde zu holen und daraus Kraftstoff zu machen, kann auch CO2 aus der Luft gefiltert und als Grundstoff genutzt werden. Noch allerdings ist der auf diese Weise produzierte Sprit nicht preiswert genug, um an der Tankstelle konkurrenzfähig zu sein. Dies ändert sich aber, wenn man eine Vollkostenrechnung aufmacht – also auch die Folgekosten durch CO2-Emissionen mit einberechnet. Bei Einführung einer CO2-Steuer beispielsweise wäre die neue Produktionsmethode schnell eine interessante Alternative.


Via: New Atlas

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.