Der Klimawandel wirkt sich auf den kompletten Planeten aus. Nicht zuletzt ist auch die Artenvielfalt deutlich bedroht. Wie bedroht die Biodiversität wirklich ist, war lange unklar. Neue Hochrechnungen eines internationalen Forscherteams zeigen nun, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt selbst beim Erreichen des 2-Grad-Ziels des Pariser Klimavertrags immens wären.


Bisher beeinflusst die Landnutzung die Artenvielfalt mehr als der Klimawandel

Bereits heute wirkt sich der Klimawandel auf die Biodiversität auf unserem Planeten aus. Aber aktuell sind die Auswirkungen durch die Landnutzung noch deutlich stärker, die Klimaveränderungen wirken hier lediglich verstärkend. Die direkten Auswirkungen des Klimawandels werden erst in einigen Jahrzehnten zu Tage treten, heißt es im aktuellen Weltklimabericht.


Ein Forscherteam rund um Rachel Warren von der Universität von East Anglia hat mehrere Zukunftszenarien durchgerechnet und dabei unterschiedliche Grade an Erderwärmung zugrunde gelegt. Dabei betrachteten die Forscher insgesamt 115.000 Landlebewesen und Pflanzen, darunter auch 34.000 Insektenarten und andere Wirbellose.

Drei verschiedene Erwärmungs-Szenarien

Die Forscher stellten fest, dass einen Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius 6 Prozent der Insektenarten, 8 Prozent der Pflanzenarten und 5 Prozent der Wirbeltiere 50 Prozent oder mehr ihres Verbreitungsraumes einbüßen würden. Bei einer Erwärmung um 2 Grad Celsius würde das Ergebnis dramatischer ausfallen: 18 Prozent der Insekten, 16 Prozent der Pflanzen und 8 Prozent der Wirbeltiere würden Lebensraum verlieren.

Sollten die Staaten ihren Selbstverpflichtungen in Sachen Emissionsminderung lediglich erfüllen und keine weiteren Maßnahmen ergreifen, wird ein Temperaturanstieg von 3,2 Grad prognostiziert. In diesem Fall wären 49 Prozent der Insektenarten, 44 Prozent der Pflanzenarten und 26 Prozent der Wirbeltiere betroffen.

Klimaziele müssen eingehalten werden

Die Forscher hatten einen Anstieg der Auswirkungen bei steigender Erwärmung erwartet. Die drastischen Unterschiede zwischen den drei Szenarien überraschten das Team dennoch. Es sei jedoch deutlich ersichtlich, dass der Klimawandel sich in Zukunft stark auf die Artenvielfalt auf der Erde auswirken wird. Umso wichtiger ist es, dass die Klimaziele eingehalten werden. Im Idealfall halten die Staaten ihre Selbstverpflichtungen nicht nur ein, sondern ergreifen außerdem nochandere Maßnahmen.

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