In Datenzentren stehen Abertausende Server. Deren Mikroprozessoren erzeugen große Mengen an Abfallwärme. Das Dresdner Unternehmen Cloud& Heat bietet sie sogar als Ersatz für Heizungskessel an. Der Bedarf an Strom ist groß, zumal auch noch die Energie für die Klimaanlage hinzukommt. Wie schlimm es aber wirklich ist hat wohl niemand geahnt. Lotfi Belkhir, Forscher an der W Booth School of Engineering Practice and Technology in Hamilton in der kanadischen Provinz Ontario hat es jetzt ganz genau untersucht. Das Ergebnis ist verblüffend und erschreckend. Die gesamte IuK-Infrastruktur und die Geräte wie -Smartphones, Laptops, Computer und Mobilfunk-Sende- und Empfangsstationen verbrauchen so viel Strom, dass die daraus folgenden Emissionen an Kohlendioxid im Jahre 2040 halb so hoch sind wie die des weltweiten Verkehrs.


Seltene Erden belasten die Bilanz

„Derzeit wächst die IuK-Industrie um 1,5 Prozent pro Jahr“, sagt Belkhir. „Wenn das so weitergeht wird diese Branche im Jahr 2040 für 14 Prozent aller Emissionen verantwortlich sein.“ Netzwerke und Datenzentren hätten einen gigantischen Stromverbrauch, der meist in fossilen Kraftwerken erzeugt werde. „Bei jeder SMS, jedem Telefonat und bei jedem Up- oder Download eines Videos ist ein Datenzentrum eingeschaltet, das diese Kommunikation ermöglicht“, sagt der Forscher.


Ausgerechnet an den geliebten Smartphones lässt Belkhir kein gutes Haar. Ab 2020 seien diese Geräte direkt und indirekt für mehr Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich wie PCs und Laptops. Dabei ist der Verbrauch im Betrieb verschwindend gering. Was die Bilanz massiv verschlechtert sind mehrere Tatsachen. Zur Herstellung werden rare Elemente benötigt, vor allem Seltene Erden. Diese werden mit hohem energetischen Aufwand in Tagebauen gefördert. Ihrem Namen machen sie alle Ehre. Sie kommen im gesamten geförderten Material nur in Spuren vor. Sie müssen vom Rest des Materials mit hohem Energieaufwand abgetrennt werden.

Lob für Google und Facebook

An der schlechten Umweltbilanz hätten auch die Telekommunikationsanbieter Schuld. Sie locken ihre Kunden mit günstigen Angeboten, sodass wohl die meisten alle zwei Jahre ein neues Smartphone kaufen. Entsprechend viele müssen mit hohem Energieaufwand neu produziert werden. Eine bessere Recyclingquote könnte die Umweltbelastung senken.

Belkhir sieht allerdings auch Positives. Manche Betreiber von Datenzentren wie Google und Facebook setzen zunehmend auf Strom aus erneuerbaren Quelle, der die Umweltbilanz nicht belastet.

via McMaster University

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