BASF beteiligt sich an dem neuerdings amerikanischen Umweltunternehmen LanzaTech, das in Neuseeland gegründet worden ist. Anders als Bayer, das wegen der Übernahme des amerikanischen Saatgutherstellers heftige Kritik einstecken muss, dürfte die Öffentlichkeit von der BASF-Initiative begeistert sein. Denn LanzaTech hat eine Technik entwickelt, mit der sich kohlen- und wasserstoffreiche Abgase, die bisher einfach verbrannt wurden, mit Hilfe von Mikroorganismen in Ethanol umwandeln lassen. Das wiederum kann Benzin beigemischt werden, das unter der Bezeichnung E10 an Tankstellen zu haben ist. Das jetzt beigemischte Ethanol wird aus nahrungs- und Futtermitteln wie Getreide hergestellt, was höchst umstritten ist.


Chinesische Giganten sind die Erstkunden


LanzaTech kann neben Pilot- bereits zwei Großanlagen vorweisen. Die chinesischen Stahlgiganten Baosteel und Shougang betreiben jeweils eine Anlage, die pro Jahr aus den Abgasen von Hochöfen 300 Tonnen Ethanol produziert. Jetzt hat der Bau einer großtechnischen Ethanolanlage begonnen. Der luxemburgisch-indische Stahlkonzern ArcelorMittal will die Abgase seines Werks in Gent in Ethanol umwandeln. Das lässt er sich stolze 150 Millionen Euro kosten. Sie wird rund 80 Millionen Liter pro Jahr erzeugen. Die Einsparung an Kohlendioxid entspricht der von 100.000 Elektroautos.

Lieblingsspeise Kohlenstoff

Die gekühlten und vorgereinigten Abgase werden in Fermenter eingeblasen. Darin befinden sich Mikroorganismen, die ganz wild auf Kohlenstoff sind, wie auch immer er angeboten wird. Sie verspeisen ihn so, wie es Menschen mit Pizza oder Schnitzel machen. Heraus kommt Ethanol, eine farblose Flüssigkeit, auch Alkohol genannt. Außer als Benzinzusatz kann sie auch genutzt werden, um andere Treibstoffe herzustellen, etwa Kerosin. Außerdem ist Ethanol ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie, etwa bei der Kunststoffherstellung.

Besserer Kohlenstoff-Fußabdruck

Nicht nur die Eisen- und Stahlindustrie kann das LanzaTech-Verfahren einsetzen. Auch in der Chemieindustrie oder in Kläranlagen fallen kohlenstoffhaltige Abgase an, die umgewandelt werden könnten, sodass sic der Kohlenstoff-Fußabdruck der Nutzer verbessert, was gleichbedeutend ist mit einer Entlastung der Umwelt. „Wir fangen Kohlenstoff-Abfälle ein und verwenden diese, um nützliche Alltagsgegenstände herzustellen, ersetzen somit fossile Rohstoffe und halten den Himmel klar für alle.“ So poetisch formuliert es Jennifer Holmgren, die zur LanzaTech-Führungsspitze gehört.

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