So will die Deutsche Telekom 12.000 Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung stellen

Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs gilt als vielleicht wichtigstes Zukunftsprojekt im Mobilitätssektor. Neben den klassischen Autoherstellern treten dabei immer wieder auch ganz neue Akteure in Erscheinung. Mit am erfolgreichsten in diesem Zusammenhang ist die Deutsche Post, die mit dem Streetscooter einen Elektro-Lieferwagen produziert und dadurch zu einem der größten Hersteller von Elektrofahrzeugen in Europa geworden ist. Nun hat ein anderes ehemaliges Staatsunternehmen große Pläne im Bereich der E-Mobilität verkündet: Die Deutsche Telekom will die an vielen Straßenecken stehenden Verteilerkästen zu Ladestationen für Elektroautos umbauen. Angekündigt wurde das Projekt schon im vergangenen Jahr, nun gibt es tatsächlich konkrete Pläne: Im kommenden Sommer soll mit der Umrüstung der ersten Kästen begonnen werden.

500 der Ladestationen sollen für besonders schnelle Ladevorgänge zur Verfügung stehen

Insgesamt nutzt die Telekom deutschlandweit rund 380.000 Kabelverzweiger. Eine Nutzung als Ladestation ist aber nicht in allen Fällen sinnvoll. Teilweise stehen die Kästen beispielsweise schlicht auf der falschen Straßenseite. Oftmals sind sie aber auch zu weit von der Straße entfernt. Die Fachleute des Bonner Konzerns konnten aber immerhin 12.000 Standorte identifizieren, die zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos sinnvoll beitragen können. Diese Zahl bestätigte vor einigen Tagen auch Telekom-Chef Tim Höttges. Davon sollen allerdings nur rund 500 so umgerüstet werden, dass die Autos mit 100 kW aufgeladen werden können. An den anderen Standorten ist hingegen lediglich ein Wert von 22 kW geplant. Die grundlegende Technik funktioniert zudem bereits: In München und in Wittenburg existieren bereits Prototypen.

Der Strom wird von regionalen Versorgern zur Verfügung gestellt

Für die Umrüstung ist die Telekom allerdings auf die Kooperation lokaler Akteure angewiesen. So müssen die örtlichen Behörden dafür sorgen, dass vor den neuen Ladestationen auch der benötigte Parkraum geschaffen wird. Eine Telekom-Sprecherin bestätigte dies und berichtete von einem grundsätzlich sehr großen Interesse der Städte und Gemeinden. Der Strom soll zudem jeweils von einem regionalen Stromversorger zur Verfügung gestellt und abgerechnet werden. Über die Kosten für die Aufladung an einem der Verteilerkästen ist daher auch noch nichts bekannt. Sollte die Telekom tatsächlich alle 12.000 geeigneten grauen Kästen umrüsten, würde sich die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland in etwa verdoppeln. Andere Projekte wollen die Infrastruktur allerdings ebenfalls ausbauen: So hat etwa ein Zusammenschluss europäischer Autobauer angekündigt, neue Ladestationen zu errichten.

Via: Automobilwoche