Kohlenstoff ist eine wichtige Grundlage unserer Industrie und dient etwa als Basis für Benzin, zahlreiche Kunststoffe und chemische Produktionsprozesse. Aktuell wird der Rohstoff aber fast ausschließlich aus Rohöl gewonnen. Dies bringt zwei Probleme mit sich: Zum einen sind die Quellen in der Erde endlich und zum anderen werden Klima und Umwelt massiv belastet. Zahlreiche deutsche Firmen arbeiten daher an einer alternativen Lösung: Sie wollen den Klimakiller CO2 aus der Luft filtern und den darin enthaltenen Kohlenstoff zur Weiterverarbeitung nutzbar machen. Dieser Ansatz könnte langfristig dafür sorgen, dass sich etwa die Klimabilanz von Flugzeugen massiv verbessert – ohne dass auf die heute genutzte Antriebstechnik verzichtet werden muss.


Hier soll „Blue Crude“ produziert werden. Foto: Sunfire

„Blue Crude“ besitzt ähnliche Eigenschaften wie Erdöl

So hat die deutsche Firma Sunfire aus Dresden ein Verfahren entwickelt, mit dem aus CO2 ein Erdölersatz namens „Blue Crude“ gewonnen werden kann. Ab dem Jahr 2020 sollen davon jährlich rund 8.000 Tonnen produziert werden. Weil das Verfahren aber sehr energieintensiv ist, wird für die Produktion saubere und günstige Energie benötigt. Dies ist auch der Grund, weshalb „Blue Crude“ nicht in Sachsen hergestellt wird, sondern in Kanada. Aber auch in Deutschland gibt es bereits konkrete Anwendungen für die sinnvolle Nutzung von CO2. Die Firma Covestro etwa produziert in Dormagen Weichschäume und konnte immerhin ein Fünftel des früher benötigten Erdöls einsparen. Stattdessen wird nun CO2 genutzt. Mehr währe theoretisch auch möglich, ist aber wirtschaftlich noch nicht umsetzbar.

Aktuell sind die meisten Ansätze noch zu teuer

Siemens und Evonik haben sich zudem ein noch viel größeres Ziel gesetzt: Sie wollen ein Verfahren zur künstlichen Photosynthese entwickeln. Dazu wurde das Projekt Rheticus ins Leben gerufen. Langfristig sollen dort aus CO2 und Wasser mithilfe von Energie und Bakterien verschiedene Basischemikalien hergestellt werden. Diese können dann ganz normal weiter verarbeitet werden – etwa zu Nahrungsergänzungsmitteln. Auf Dauer soll diese Art der Herstellung von Grundchemikalien deutlich umweltfreundlicher und günstiger sein als die bisher genutzten Methoden. Aktuell ist dies aber noch nicht der Fall: Fast alle entwickelten Verfahren sind noch zu teuer für eine großflächige Implementierung. Experten gehen aber davon aus, dass auch diese Problematik in den nächsten Jahren gelöst werden wird.

Via: Handelsblatt


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.