Übergewicht gilt als typische Zivilisationskrankheit und breitet sich besonders in der westlichen Welt immer weiter aus. Schuld daran ist oftmals allerdings nicht nur zu fettiges und zu reichhaltiges Essen, sondern ein ganz bestimmter Wirkstoff: Fructose-Sirup. Darauf hat der britische Apotheker Niraj Naik in seinem Blog „The Renegade Pharmacist“ hingewiesen. Fructose-Sirup kommt einerseits bei Fertiggerichten und Fast Food zum Einsatz und verstärkt so noch deren ungesunde Wirkung. Vor allem ist der Sirup aber in Süßigkeiten und Softdrinks in hoher Konzentration vorhanden. Wie schädlich dies für den menschlichen Körper ist, hat Naik am Beispiel einer Dose Cola beschrieben.


Nach zehn Minuten ist die Tagesdosis an Zucker erreicht

Schon rund zehn Minuten nach dem leeren der Cola-Dose nimmt der menschliche Organismus rund zehn Teelöffel Zucker auf. Dies entspricht in etwa der kompletten empfohlenen Tagesration. Für gewöhnlich würde der Körper bei einer solch hohen Konzentration ganz automatisch eine Abwehrreaktion durchführen. Oder anders ausgedrückt: Die übermäßig süße Cola würde direkt wieder ausgekotzt. Um dies zu verhindern, wurde dem Getränk allerdings Phosphorsäure beigemischt. Diese mildert den extrem süßen Geschmack und verhindert so, dass die Cola direkt wieder ausgespien wird.


Nach zwanzig Minuten wird der überschüssige Zucker zu Fett

Nach rund zwanzig Minuten ist dann die Blutzuckerspitze erreicht. Daraufhin werden große Mengen an Insulin freigesetzt. Die Leber wiederum beginnt damit, verfügbaren Zucker in Fett umzuwandeln. Hier beginnt die Problematik des Übergewichts. Zucker alleine macht noch nicht wirklich dick, sondern kann – maßvoll und zum richtigen Zeitpunkt eingenommen – sogar leistungsfördernd wirken. Zu große Mengen an Zucker werden aber in Fett umgewandelt. Die getrunkenen Cola-Dosen machen sich dann auf lange Sicht als Rettungsring am Bauch bemerkbar.

Zucker und Koffein sorgen für Euphorie und einen Kater

Zunächst aber sorgt das Koffein in der Cola für eine Art Euphorie. Nach Aufnahme des Koffeins steigt der Blutdruck und Zucker wird in die Blutbahn abgegeben. Der Mensch fühlt sich fitter. Zudem werden die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn blockiert, was Müdigkeit verhindert. Auch dieser Rausch endet allerdings recht schnell mit einem Kater. Schon nach einer Stunde lässt die Wirkung des Zuckers und des Koffeins nach. Der Zuckerspiegel sinkt und die Betroffenen werden müde und dementsprechend reizbar. Verhindert werden kann dieser Effekt, theoretisch natürlich durch den Genuss einer weiteren Dose Cola – auf Dauer sorgt dies aber für immer größere Fettreserven am eigenen Körper.

Wertvolle Nährstoffe gehen dem Körper verloren

Zu viel Cola ist zudem noch aus einem anderen Grund schädlich. Die Phosphorsäure, die notwendig ist, um das Kotzgefühl des Körpers zu unterdrücken, bindet nämlich wertvolle Nährstoffe wie Kalzium, Magnesium und Zink. Der einsetzende Harndrang sorgt dann dafür, dass diese Stoffe ungenutzt aus dem Körper ausgeschieden werden. Dies kann schlimme Folgen haben. Denn die Nährstoffe werden beispielsweise für den Knochenaufbau benötigt. Eine Studie der „Harvard School of Public Health“ hat beispielsweise gezeigt, dass sportliche Mädchen, die viele Softdrinks tranken dreimal öfter Opfer eines Knochenbruches wurden, als Altersgenossinnen, die auf gesündere Getränke vertrauten.

Durst sollte durch gesündere Alternativen gestillt werden

Ein einzelnes Glas Cola wird natürlich weder zu einem dicken Fettpolster, noch zu einem Knochenbruch führen. Dennoch sollte der Durst in aller Regel mit gesünderen Getränken gestillt werden. Denn selbst das mit der Cola aufgenommene Wasser wird durch den verstärkten Harndrang wieder ausgeschieden, bevor der Körper es sinnvoll nutzen kann. Cola stillt also nicht wirklich das Bedürfnis des Körpers nach einer Flüssigkeitsaufnahme. Forscher empfehlen stattdessen, Wasser zu trinken oder – wenn es etwas mit Geschmack sein soll – auf ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen zu setzen.

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