Ein Softwarefehler bei Google hat dazu geführt, dass mehrere Hunderttausend Datensätze mit Daten zu geschützten Domaininhabern öffentlich im Internet zugänglich waren. Die Domaininhaber wollten eigentlich anonym bleiben, nun konnten sie ihre Daten frei im Netz finden. Der Fehler hat seinen Ursprung bereits vor zwei Jahren.


Ein Softwarefehler bei Google sorgt für Anonymitäts-Verlust
Deutlich ist zu sehen, wie auf einmal hunderttausende Daten zugänglich waren.

Softwarefehler bei Apps for Work

Der Google-Service Apps for Work bietet unter anderem auch die Möglichkeit, Webseiten zu registrieren, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Registrar-Dienst eNom. Dabei können die Nutzer bei der Registrierung von .com-Domains auswählen, ob die Informationen zu ihrer Identität öffentlich einsehbar sein sollen. Verneint der Nutzer dies, lässt sich seine Identität auch über eine Whois-Abfrage nicht herausfinden.

Diese Funktion scheint aber aufgrund eines Software-Fehlers wirkungslos gewesen zu sein. Nach einem Blogbeitrag von Cisco trat der in Rede stehende Fehler zum ersten Mal bereits im Jahr 2013 auf. Aufgrund dieses Fehlers waren 282.867 Identitätsdaten von Domain-Inhabern, die eigentlich anonym bleiben wollten, ab Ende 2013 frei abrufbar. Die Datensätze enthalten den Klarnamen des Domaininhabers sowie seine Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.


Aufgedeckt wurde der Fehler am 19.02.2015 von einem Mitarbeiter der Sicherheitsforschungsgruppe Cisco Talos. Google wurde umgehend informiert und konnte am 25.02. die Lösung des Problems bekannt geben. Die betroffenen Kunden wurden am 12.03. informiert, nachdem Google ausschließen konnte, das auch andere Registrare von dem Problem betroffen sind.

Die Daten wurden zu diesem Zeitpunkt bereits wieder komplett anonymisiert, aber es existieren zahllose Dienste, die Whois-Einträge regelmäßig scannen und speichern. Es spricht also vieles dafür, dass die betroffenen Domain-Inhaber ihre Anonymität dauerhaft verloren haben.

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