Die öffentliche Stromversorgung in vielen afrikanischen Staaten ist noch immer sehr lückenhaft. Wer über keinen eigenen Stromanschluss verfügt, muss oftmals einen Generator betreiben – was allerdings nicht nur sehr teuer ist, sondern auch für die Umwelt und das Klima erhebliche Belastungen mit sich bringt. Viele Hilfsorganisationen arbeiten daher am Aufbau einer dezentralen Stromversorgung. Oftmals dient dabei die Sonne als kostenloser Energielieferant. So werden Solarmodule in abgelegenen Dörfern installiert und stellen dort die Stromversorgung sicher, sind aber gar nicht an das öffentliche Netz angeschlossen. Das Solar-E-Cycle will dieses Konzept nun noch einen Schritt weiter entwickeln und gleichzeitig noch eine kostengünstige und klimafreundliche Transportmöglichkeit etablieren.


Das Solar-E-Cycle dient als Elektrofahrrad und Stromquelle

Denn die wirtschaftliche Entwicklung in den ländlichen Regionen wird nicht nur durch die schlechte öffentliche Infrastruktur gebremst, sondern auch weil oft lange Distanzen bis zum nächsten Markt oder zur nächsten Trinkwasserquelle zurückgelegt werden müssen. Der Kanadier Roger Christen hat selbst rund 28 Jahre in Afrika gelebt und nun das Solar-E-Cycle auf den Markt gebracht. Auf der einen Seite funktioniert seine Erfindung wie ein Elektrofahrrad, das durch die Sonnenenergie kostenlos aufgeladen wird. Auf der anderen Seite kann das Solarmodul und die integrierte Batterie aber auch für andere Zwecke genutzt werden – etwa um ein Handy aufzuladen oder eine Lampe mit Strom zu versorgen.

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Die Räder sollen tageweise vermietet werden

Auf diese Weise wird sowohl eine unabhängige Stromquelle geschaffen, als auch eine neue Transportmöglichkeit etabliert. Den Angaben des Entwicklers zufolge können mit dem sonnenbetriebenen Elektrofahrrad täglich rund 50 Kilometer zurückgelegt werden. Außerdem sind Spitzengeschwindigkeiten von rund 50 Stundenkilometern möglich. Um die Kosten der Produktion niedrig zu halten, kommen zudem gebrauchte Fahrradrahmen zum Einsatz. Dennoch sind die Fahrräder für den Verkauf in vielen ländlichen Gebieten Afrikas zu teuer. Daher kommt eine andere Form der Finanzierung zum Zuge: Die Solar-Bikes werden von Entwicklungsorganisationen finanziert und dann für eine geringe Gebühr tageweise vermietet. Die ersten 70 Solar-E-Cycles sollen zeitnah in Kenia zum Einsatz kommen.

Via: Electrek

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