Die Reichweiten der auf dem Markt erhältlichen Elektroautos haben sich in den letzten Jahren schon deutlich erhöht. Im Premiumsegment ist ein geladener Akku inzwischen sogar durchaus vergleichbar mit einer vollständigen Tankfüllung. Studenten der University of Cambridge sehen das Ende der Fahnenstange aber noch lange nicht erreicht. Um dies zu verdeutlichen, haben sie das effizienteste Elektroauto der Insel gebaut. Konkret kann das Helia getaufte Fahrzeug bei voll geladenem Akku rund 900 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern fahren. Dies würde ausreichen, um Großbritannien einmal von Ost nach West zu durchqueren. Der dafür benötigte Energieverbrauch liegt rund zehnmal niedriger als bei klassischen Elektroautos. Erreicht wurde dies vor allem durch drei Ansätze.


Bild: Cambridge University Eco Racing

Diese drei Punkte sorgen für die extreme Effizienz

Zum einen kam eine Batterie mit extrem hoher Energiedichte zum Einsatz. In Zahlen: Der Akku war nur ein Viertel so groß wie das Pendant in Teslas Model 3, erreichte aber beinahe die doppelte Reichweite. Zum anderen wurde aber auch das Gewicht des Fahrzeugs massiv reduziert. Auch deshalb – und aus aerodynamischen Gründen – kam das etwas ungewöhnliche Design zustande. Der größte Teil der Gewichtsersparnis resultiert aber aus der Fahrgastzelle. Denn diese ist aus ultraleichtem Karbon gefertigt. Verantwortlich dafür zeichnet die Spezialfirma Formaplex aus Portsmouth, die unter anderem auch auf Erfahrungen aus der Formel 1 zurückgreifen kann. Insgesamt wiegt Helia daher nur 550 Kilogramm. Zum Vergleich: Der preisgünstigste Tesla kommt auf ein Gewicht von 1.800 Kilogramm. Und zu guter Letzt wurden auf dem Dach noch extrem effiziente Solarzellen installiert, um die Reichweite zu erhöhen.

Das erste Rennen endete mit einer Enttäuschung

Zusätzliche Reichweite konnte zudem durch speziell von Bridgestone entwickelte Reifen mit möglichst wenig Reibung gewonnen werden. Alles in allem haben die Studenten des „Cambridge University Eco Racing“-Team so ein Auto gebaut, das extrem effizient ist und eine erstaunliche Reichweite besitzt. Diese Fähigkeiten sollte das Fahrzeug eigentlich auch auf der „Bridgestone World Solar Challenge 2019“ unter Beweis stellen. Dort allerdings schaffte man es aufgrund von technischen Problemen nicht über die erste Etappe hinaus. Das Team hinter dem Helia-Solarauto ließ sich davon aber nicht entmutigen und kündigte stattdessen den Start bei ähnlichen Rennen in Europa an. Das eigentliche Ziel der Forschungsarbeit ist es aber nicht Wettrennen zu gewinnen, sondern Ideen und Ansätze zu erproben, die dann auch bei kommerziellen Fahrzeugen zum Einsatz kommen könnten.


Via: Inhabitat

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1 Kommentar

  1. Andro Wegner

    14. November 2019 at 11:27

    Das Fahrzeug ist also Stadt- und Landstraßen-tauglich. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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