Das Solarflugzeug „Solar Impulse 2“ wiegt 150-mal weniger als ein Airbus A380. Lediglich mit der Spannweite kann der leichte Solarflieger mithalten. Im Unterschied zu dem Superjumbo, benötigt der Solar Impulse 2 allerdings nicht einmal einen Tropfen Treibstoff zum Fliegen. Am morgigen Dienstag sollte die erste Weltumrundung mit einem Solarflugzeug starten. Aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen im Gebiet des Startflugplatzes im Golfemirat Abu Dhabi, wurde der historische Moment jedoch auf Samstag den 7. März 2015 verschoben.


Dieses Solarflugzeug soll die Erde umrunden - ohne Treibstoff
Dieses Solarflugzeug soll die Erde umrunden – ohne Treibstoff

Einen Monat Nonstop-Flugzeit möglich

Die Schweizer Flug- und Umweltpioniere Bertrand Piccard und André Borschberg haben „Solar Impulse 2“ entwickelt und auch entsprechende Tests im Persischen Golf erledigt. Den Entwicklern zufolge ist das Solarflugzeug das erste Flugzeug seiner Art, welches bei Tag und bei Nacht fliegen kann, ohne einen Tropfen Treibstoff zu verbrauchen. Innerhalb von fünf Monaten soll das Flugzeug die Welt einmal umrundet haben. Dazu sind mehrere Einzeletappen und rund 25 Flugtage nötig. Für die Überquerung des Atlantik und Pazifik müssen die Piloten jeweils fünf Tage und fünf Nächte am Stück an Bord bleiben. Das erfordert eine besondere Fitness und Konzentrationsfähigkeit. Um den Piloten während des Nonstop-Fluges ausreichend Komfort zu bieten, wurde das Cockpit des Nachfolgers des ersten Solarflugzeugs von Bertrand Piccard und André Borschberg vergrößert. Somit kann sich der Pilot während der längeren Flugphasen über vier bis sechs Tage auch gänzlich ausstrecken. Neben der Erhöhung der Nutzlast haben die Techniker auch die Elektroleitungen wasserdicht gemacht, so dass auch ein Flug bei Regen ohne Komplikationen durchgeführt werden kann.

Solar Impulse 2 im Video vorgestellt


Der menschliche Pilot ist die Schwachstelle

„Auch wenn es am Tag teilweise bewölkt ist, kommen wir damit klar“, erklärt André Borschberg. Solar Impulse 1 hat hingegen noch ausschließlich blauen Himmel benötigt um fliegen zu können. Die zweite Generation des modernen Solarflugzeugs kommt folglich schon mit einer ausgeklügelteren Technologie daher. Um den Piloten, den die Entwickler übrigens als eindeutige Schwachstelle sehen, etwas zu entlasten ist auch eine Autopilot-Funktion mit an Bord. Zudem wurde auch an eine Toilette und einen Business-Class-Sitz gedacht. „Das Flugzeug kann einen Monat lang nonstop fliegen“, erklärte Borschberg, „die Frage ist: Wie lange hält der Pilot durch?“. [..] „Wir haben eine nachhaltige Maschine, was die Energie betrifft. Jetzt müssen wir einen nachhaltigen Piloten entwickeln“. Die Schwachstelle ist den Pionieren zufolge ganz klar der Mensch am Steuerknüppel. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Bertrand Piccard und André Borschberg fähiges Personal für diese neue Weltsensation gewinnen konnten. Am Samstag beginnt der Start, vielleicht sogar in eine völlig neue Flug-Ära.

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