Die Niederlande gehört in Europa zu den Vorreitern in Sachen Elektroautos. Nur in Norwegen ist der Anteil der Autos mit Elektromotor unter den Neuwagen noch höher. Doch ganz unproblematisch ist dies aktuell nicht: Denn der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt in unserem Nachbarland deutlich niedriger als hierzulande. Die für das Jahr 2020 selbst gesetzten Ausbauziele werden zudem aller Voraussicht nach verfehlt. Einer der Gründe dafür: Es fehlt schlicht an Platz, um riesige Windräder und Solarparks zu errichten. Ein Konsortium aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik setzt daher nun auf einen alternativen Ansatz: Schwimmende Solarpanels zwischen den Offshore-Windkraftanlagen. Ein erstes Pilotprojekt soll bereits im nächsten den Betrieb aufnehmen und wichtige Erfahrungswerte generieren.


Zwischen den Windrädern ist noch jede Menge Platz für schwimmende Solarmodule. Via: New Atlas

Der Strom soll über die Kabel der Windräder transportiert werden

Theoretisch bringen Solarmodule auf dem Meer einige Vorteile mit sich. So werden sie dort durch das Wasser gleichsam automatisch gekühlt. Außerdem scheint schlicht öfter die Sonne. Beide Effekte gemeinsam sollen dafür sorgen, dass rund 15 Prozent mehr Energie gewonnen werden kann als bei klassischen Solarpanels an Land. Durch den Rückgriff auf die bestehende Infrastruktur können zudem die Kosten vergleichsweise niedrig gehalten werden. So wird der Strom über die ohnehin für die Windkraftanlagen vorhandenen Kabel an Land transportiert. Die beteiligten Experten kalkulieren daher damit, dass langfristig auf dem Meer sogar günstiger Strom produziert werden kann als bei klassischen Methoden an Land. Der Hauptgrund dafür: Es fallen keine Kosten für die genutzten Flächen an.

Auch unter Wasser dürfen die Module nicht kaputt gehen

Allerdings bringt der Einsatz auf dem Meer auch Nachteile mit sich. So müssen die Module robust genug sein, um den enormen Kräften des Meeres standzuhalten. Dass dies gar nicht so einfach ist, zeigt die Geschichte der Wellenkraftwerke. Diese sind in der Theorie auch eine ausgezeichnete Idee. Lange Jahre konnte aber keine Turbine konstruiert werden, die dauerhaft funktionsfähig blieb. Bei Solarmodulen ist dies zugegeben einfacher, weil keine beweglichen Teile benötigt werden. Dennoch müssen die Panels beispielsweise Wellen mit einer Höhe von mehr als zehn Metern aushalten und können dabei auch schon einmal unter die Wasseroberfläche geraten. Trotz dieser Schwierigkeiten gehen die beteiligten Experten davon aus, dass bereits in drei Jahren in großem Stil Solarstrom auf dem niederländischen Meer produziert werden kann. Dadurch würde sich dann auch die Klimabilanz der Elektroautos weiter verbessern.

Via: Inhabitat


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