Organische Zusätze in Sonnenmilch und Farben, die vor den ultravioletten Strahlen der Sonne schützen, werden letztlich aus Erdöl hergestellt. Forschern der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, der University of the Witwatersrand aus Johannesburg in Südafrika und der Universität Daressalam in Tansania ist es jetzt gelungen, das Erdöl durch ein umweltverträgliches Material zu ersetzen. Sie produzieren den UV-Schutz aus Öl, das sie aus den Schalen von Cashew-Nüssen gewinnen.


Kalte Sonne
Foto: Cold Sun, Mark Vegas, Flickr, CC BY-SA 2.0

Normalerweise sind die Schalen Abfall

Normalerweise werden die Schalen deponiert oder verbrannt. Dabei geht es um große Mengen. Die Welternte liegt bei fast vier Millionen Tonnen. Etwa die Hälfte davon sind Schalen. Mit einem Verfahren der Xylochemie – darunter versteht man eine Chemie, die auf dem Rohstoff Holz basiert – wandeln die Forscher Anacardsäure, die in den Schalen enthalten ist, durch Zufuhr von Wärme in Cardanol um. Aus dieser organischen Chemikalie stellen sie UV-abweisende Wirkstoffe wie Flavone und Triazine um, die sich als Ersatz für fossilbasierte Präparate für den Sonnenschutz einsetzen lassen.

Kleine Mengen werden schon genutzt

„Die Nutzung von Abfällen aus der Cashewkern-Produktion kann zu völlig neuen umweltverträglichen Produkten führen“, meint Charles de Koning, Chemieprofessor an der südafrikanischen Universität, der den UV-Schutz gemeinsam mit seinem Fachkollegen Till Opatz aus Mainz entwickelt hat. Tansanische Forscher sind dabei, weil das Land mit rund 165.000 Jahrestonnen einer der größten Cashew-Produzenten ist. Dort hofft man nun, den vermeintlichen Abfall gewinnbringend verwerten zu können. Kleine Mengen werden bereits als genutzt. Die daraus gewonnene Anacardsäure dient als Härter in Epoxydharzen.


Die Sonne schädigt alle Oberflächen

Nahezu alle Oberflächen reagieren auf den ultravioletten Anteil des Sonnenlichts. Die Haut bräunt. Wer es übertreibt läuft Gefahr, später an Hautkrebs zu erkranken. Materialien bleichen aus. In beiden Fällen werden UV-Schutzmittel eingesetzt. Diese könne organischen Ursprungs sein oder aus nanogroßen Titandioxid-Teilchen bestehen. Die aus Nussschalen gewonnenen Mittel sind biologisch abbaubar, belasten die Umwelt also gar nicht oder nur für kurze Zeit. Ob die so gewonnenen UV-Absorber hautverträglich sind muss noch getestet werden. Das soll in Zusammenarbeit mit der kosmetischen Industrie geschehen.

via Uni Mainz

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