Ein Fahrstuhl zum Mond ist ein Gedanke, der sich schon länger aus den Köpfen von Science-Fiction-Autoren in die Planungen und Überlegungen echter Ingenieure und Wissenschaftler begeben hat. Unter anderem hat der Schriftsteller Frank Schätzing solch einen Fahrstuhl in seinem Buch „Limit“ beschrieben. Forscher der Columbia University und der Cambridge University wollen nun herausfinden, inwieweit so eine Idee umsetzbar wäre. Und ihr Konzept klingt erstaunlich realistisch.


So stellt sich ein Künstler einen möglichen Weltraumaufzug vor.
Bild: NASA

Mit dem Aufzug zum Mond

Einen solchen Aufzug namens „Spaceline“ haben die Forscher der beiden Universitäten in einer Arbeit beschrieben, die auf dem Preprint-Server ArXiv veröffentlicht wurde. Darin sprechen die Wissenschaftler von einem Kabel, das von der Oberfläche des Mondes in einen geostationären Orbit rund um die Erde führt. Das Proof-of-Concept-Paper beschreibt einen Raumaufzug, der mit bereits existierenden Materialien gebaut werden und als Erleichterung für die Raumfahrt dienen könnte. Eines Tages könnten mit solchen Aufzügen auch orbitale Siedlungen versorgt werden.

Statt Nutzlast ganz ins All transportieren zu müssen, müssten Weltraumfahrzeuge nur noch das Ende des Spaceline-Aufzugs erreichen. Dort könnten die Fahrzeuge dann mit der solarbetriebenen „Aufzugkabine“ verbunden werden.


Existierende Materialien verwenden

Zephyr Penoyre, einer der Astronomie-Studenten hinter dem Spaceline-Konzept, sagte, dass der Spaceline-Aufzug ein Stück Infrastruktur werde, das einer frühen Eisenbahn gleiche – nur dass es Menschen und Nutzlast ins All befördern könnte.

Ein Aufzug, der fest mit der Erde verbunden wäre (wie etwa der Aufzug in Schätzings Roman), wäre eine zu große Herausforderung für existierenden Materialen. Die Rotationsgeschwindigkeit der Erde wäre eine zu große Belastung, sodass das Kabel reißen würde. Das Risiko eines Kollapses werde aber minimiert, wenn das Kabel stattdessen mit der Oberfläche des Mondes verbunden werde, heißt es in dem Paper. Als am besten geeignetes Material identifizierte die Arbeit Nanoröhren aus Kohlenstoff, die jedoch bisher nicht in entsprechenden Mengen produziert werden können.

Aber auch andere Materialien seien geeignet. Letztlich gehe es nur darum, das stärkste Material zu finden, das entsprechend skaliert werden könne.

That’s a good way to put it. Only thing to add is that it also needs to be able to survive well in deep space. I have briefly looked into this, but am no expert in materials science. I often used Dyneema as an example material in calculations and it has some pretty good properties„, so Penoyre.

Zukunftsvision Weltraumaufzug

Für das Aufzugskabel selber schlagen die Forscher eine extrem schmale Form an den Enden vor, sodass es nicht unter dem Druck kollabiert. Die Mitte aber sollte dicker sein, um ein Reißen zu verhindern.

Sollte die Spaceline jemals Wirklichkeit werden, stellen sich die Forscher den Aufzug als eine Möglichkeit vor, orbitale Teleskope oder Forschungszentren am sogenannten Lagrange-Punkt zu versorgen, dem Punkt, an dem sich die Gravitationskräfte der Erde und des Mondes aufheben.

Think of the early Antarctic basecamps, at first there might only be three engineers up there at any one time, but unlike low Earth orbit the Lagrange point is the perfect place to build. We could (indulging in a little imagination) picture prefabricated panels being sent up the line, and assembled into an ever-growing colony. I was amazed to find that there are now thousands of people living a significant part of the year in Antarctica — eventually the same could be true of the Lagrange point„, so Penoyre weiter.

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.