Momentan ist die kürzeste Verbindung zwischen Europa und Sydney mit einer Reisezeit von knapp 30 Stunden verbunden. Mit anderen Worten: Wer ein Känguru in Australien bestaunen will, der muss mehr als einen ganzen Tag lang reisen. Das deutsche DLR Institut für Raumfahrtsysteme hat kürzlich bekannt gegeben, ein Flugzeug namens SpaceLiner entwerfen zu wollen, das die Strecke in 90 Minuten zurücklegen kann.


SpaceLiner DLR
Foto: DLR Institut für Raumfahrtsysteme

Mit Hyperschallgeschwindigkeit nach Australien

Die Reiseflughöhe des SpaceLiners liegt über der Stratosphäre. Nach einem vertikalen Start mit Hilfe eines Raketenantriebs soll das Gefährt sich 80 km hoch in die Luft erheben. Genau genommen sollen 11 Flüssigtreibstoffraketen für den nötigen Vortrieb sorgen. Neun davon sind allein dafür zuständig, das Flugzeug auf Reiseflughöhe zu bringen. Als Treibstoff verwenden sie flüssigen Sauerstoff und Wasserstoff. Als Abfallprodukt fällt lediglich Wasser an.

Laut dem Projektmanager Martin Sippel soll der SpaceLiner in 10 Minuten 25fache Schallgeschwindigkeit erreichen können.


Langfristig sollen die Kosten sinken

Auch an Notfälle ist in dem Konzept gedacht. Die Passagierkabine soll von dem Rest des SpaceLiners abgestoßen werden können, um dann sicher zur Erde zurückzukehren. Allerdings ist ungeklärt, wie genau dieser Mechanismus arbeiten soll. Außerdem ist unbekannt, wie die Passagiere vor der enormen Hitze geschützt werden sollen.

Der SpaceLiner ist die deutsche Antwort auf die Pläne von Airbus zur Concorde 2.0. Beide Projekte sollen allerdings frühestens in 30 Jahren für den Jungfernflug bereit sein. Beide Projekte setzen auf Hyperschallgeschwindigkeit. Die Concorde 2.0 soll allerdings nur 20 Passagiere befördern können, während der SpaceLiner Platz für 50 Personen bieten soll.

Das höchste Hindernis für solche Projekte sind sicherlich die Kosten. Nicht nur die Entwicklung kostet Geld, sondern auch die Betriebskosten für derartige Flugprojekte sind extrem hoch. Besonders die erforderlichen Raketen verschlingen Geld. Allerdings würde eine Erhöhung der Anzahl an jährlichen Starts auch die Kosten senken. Sippel ist zuversichtlich, dass sein Projekt dies ermöglichen wird. Gegenüber Aviation Week sagte er: “We could increase hundredfold the number of launches and, as it is a reusable vehicle designed for between 150 and 300 flights, you have serial production of engines. If you have 11 engines per vehicle then you would build 2,000 engines per year or so. That’s a huge production run, and that was the motivation.

Der DLR SpaceLiner im Video

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