Als Deutschland 2014 Fußball-Weltmeister wurde, sorgte dies nicht nur für landesweite Begeisterung, sondern auch für einen neuen Verkaufsrekord bei den Nationaltrikots. Ausrüster Adidas war darüber natürlich hoch erfreut, musste sich aber auch einige kritische Fragen anhören. Denn die deutschen Nationaltrikots werden – wie alle anderen Produkte des Unternehmens auch – schon lange nicht mehr in Deutschland, sondern in Asien produziert. Unternehmenschef Herbert Hainer versprach, zukünftig auch wieder in Deutschland produzieren zu wollen – dann allerdings mit Hilfe von spezialisierten Robotern. Ein erster Schritt in diese Richtung scheint nun zu geschehen: In Ansbach baut Adidas eine Schuhfabrik, die weitgehend ohne menschliche Mitarbeiter auskommen soll.


Quelle: Adidas Group
Quelle: Adidas Group

Adidas will ab dem Jahr 2020 jährlich 410 Millionen Paar Schue produzieren

Dies ist von Bedeutung, weil die Textilindustrie vor allem aufgrund der hohen Löhne hierzulande zum größten Teil in Asien produziert. In den letzten Jahren sind allerdings auch in vielen asiatischen Ländern die Löhne massiv gestiegen, so dass Adidas sich nach Alternativen umschaut. Zunächst sollen dabei aber keine Stellen abgebaut werden. Die Roboter sind vielmehr dazu gedacht, zu helfen, die Produktionszahlen zu steigern. So plant das Unternehmen, bis zum Jahr 2020 jedes Jahr 30 Millionen Paar Schuhe mehr als im Vorjahr herzustellen. Neben dem Standort in Ansbach sind daher langfristig auch eine Roboterfabrik in den USA und eine in Großbritannien oder Frankreich geplant.

Nach mehr als zwanzig Jahren wieder „Made in Germany“

Die Fabrik in Ansbach wird dabei Ende des Jahres mit ersten Probedurchläufen beginnen und dann im nächsten Jahr vollständig einsatzbereit sein. Die Adidas-Kunden werden davon allerdings zunächst nicht großartig profitieren: Die Preise für Produkte aus den modernen Fabriken sollen in etwa denen aus klassischer Produktion gleichen. Zumindest kann Adidas dann aber erstmals nach mehr als zwanzig Jahren wieder das Gütesiegel „Made in Germany“ für einen Teil der eigenen Produktpalette nutzen. Erweist sich die Fabrik in Ansbach dann tatsächlich als Erfolg, könnte zukünftig auch das deutsche Nationaltrikot wieder in Deutschland produziert werden.


Via: DigitalJournal

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