Komplette Querschnittslähmungen galten bisher in den meisten Fällen als irreversibel. Die Patienten mussten also lernen mit der Situation umzugehen, ohne Hoffnung auf eine Verbesserung zu besitzen. Zuletzt machten Forscher auf diesem Gebiet aber erhebliche Fortschritte. So wurde dem US-Amerikaner Ian Burkhart ein spezieller Chip im Gehirn eingesetzt. Mit dessen Hilfe konnte der Querschnittsgelähmte zumindest seine rechte Hand wieder ansteuern und bewegen. Wissenschaftlern in den USA ist es nun gelungen, mit Hilfe eines speziellen Trainings auch bei langjährig Querschnittsgelähmten wieder eine Verbindung zwischen Gehirn und den Beinen zu aktivieren. Eine der Probandinnen konnte dabei am Ende der Studie mit Hilfe eines Exoskeletts sogar wieder laufen.


Das Training wurde mit Hilfe einer Gehirn-Maschinen-Schnittstelle absolviert

Insgesamt nahmen an dem Versuch acht Probanden im Alter zwischen 26 und 38 Jahren teil. Die Lähmung lag zwischen drei und dreizehn Jahren zurück. Sieben der acht Probanden lebten dabei bisher mit einer kompletten Lähmung – sie konnten ihre Beine also weder spüren, noch bewegen. Am Ende der Studie wiederum galten vier der Teilnehmer als nur noch inkomplett Querschnittsgelähmt: Sie konnten also wieder Berührungen spüren und bestimmte Muskeln leicht bewegen. Möglich wurde dies durch den Einsatz einer Gehirn-Maschinen-Schnittstelle. Mit deren Hilfe wurden speziell die Gehirnregionen aktiviert, die normalerweise für die Steuerung der gelähmten Körperteile verantwortlich sind. Die dabei gemessenen Hirnaktivitäten übersetzte ein Computer dann in die virtuelle Welt, wo die Probanden durch ein Stadion laufen konnten.


Weitere Forschungen sollen noch bessere Ergebnisse liefern

Nach mehreren Monaten mit täglich vier Stunden Training konnte das Gehirn diese Verknüpfung dann wieder selbst vornehmen – die Probanden konnten also auch in der Realität ihre Muskeln in den Beinen wieder ansteuern. Dies ist ein enormer Erfolg, auch wenn dies für die Lebensrealität der Probanden noch keine wirkliche Verbesserung bedeutete. Denn die Verbindung zwischen Gehirn und Beinen war noch so schwach, dass sie sich noch nicht wieder selbstständig fortbewegen konnten. Die beteiligten Wissenschaftler hoffen aber durch weitere Forschungen auf diesem Gebiet, irgendwann noch bessere Resultate erzielen zu können.

Via: Popsci

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