Die Transformation der Industrie in die digitale Welt geht auch an riesigen Konzernen wie Siemens nicht einfach vorbei. Das deutsche Vorzeige-Unternehmen will den Prozess aber nicht nur passiv ertragen, sondern aktiv mitgestalten. Schon seit längerem wurde daher ein Standort für den sogenannten Zukunftscampus gesucht. Dort soll in Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Einrichtungen Spitzenforschung etabliert und konzentriert werden. Zu den Bereichen, die dort besonders stark vorangetrieben werden sollen, gehören etwa die Elektromobilität, Energiespeicher, künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge. Mit einem Investitionsvolumen von rund 600 Millionen Euro handelt es sich um eines der größten deutschen Forschungsvorhaben in den letzten Jahren. Lange Zeit war aber unklar, ob das Projekt überhaupt hierzulande umgesetzt wird. Zu den aussichtsreichen Bewerbern gehörte beispielsweise auch Singapur. Nun aber ist klar: Der Zukunftscampus kommt nach Berlin.


Im Bild von links nach rechts: Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft Energie und Betriebe; Michael Müller, Bürgemeister von Berlin; Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG und Cedric Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG. Bild: Siemens

Siemens wurde einst in Berlin gegründet

Dies gab der Siemens-Konzern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) bekannt. Für das Unternehmen bedeutet dies gewissermaßen eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Denn Siemens wurde in Berlin gegründet und verlegte die Zentrale nur aufgrund der deutschen Teilung nach dem zweiten Weltkrieg nach Bayern. Einige große Produktionsstandorte verblieben aber stets in Berlin. So werden dort aktuell beispielsweise riesige Gasturbinen gebaut. Insgesamt ist die Berliner Siemensstadt rund 700.000 Quadratmeter groß – wovon momentan aber nur 245.000 Quadratmeter genutzt werden. Der restliche Platz soll nun für den neuen Campus genutzt werden. Die weitere Entwicklung des Geländes ist aber nur möglich, weil die Stadt Berlin und die Bundesregierung dem Projekt wohlwollend gegenüberstehen. Denn Siemens hatte im Vorfeld der Investitionsentscheidung einige Bedingungen gestellt.

Auch Startups sollen von dem Campus profitieren

Dem Vernehmen nach ging es dabei vor allem um Kompromisse beim Thema Denkmalschutz sowie um einen besseren Verkehrsanschluss und schnelles Internet. Im Gegenzug soll von dem Projekt auch die rege Startup-Szene der Hauptstadt profitieren. So sollen etwa Hightech-Fertigungsanlagen entstehen, die dann auch von jungen und innovativen Unternehmen genutzt werden können. Der Ruf Berlins als Gründermetropole dürfte so weiter gestärkt werden. Auf dem Gelände sollen zudem auch Wohnungen entstehen. Hier schließt sich ein weiterer Kreis. Denn der Stadtteil heißt heute noch Siemensstadt, weil sich hier früher nicht nur die Fabriken des Konzerns, sondern auch die Werkswohnungen der Mitarbeiter befanden. Aktuell arbeiten in Berlin rund 11.000 Menschen bei Siemens. Durch die nun verkündete Entscheidung dürfte diese Zahl weiter ansteigen.


Via: Siemens

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