Jährlich sterben mehrere tausend Menschen an bisher unheilbaren Gehirntumoren, die in der Fachsprache auch Gliome genannt werden. Wird ein Hirntumor diagnostiziert beträgt die maximale Lebenserwartung meist nur noch ein knappes Jahr. Heidelberger Krebsforscher arbeiten jedoch eifrig an einem Mittel, das Hirntumore in Zukunft heilen soll. Bei Mäusen konnte das Tumorwachstum mittels Injektion eines speziellen Impfstoffs gestoppt werden. Im Laufe einer klinischen Studie, soll die Wirkung des Mittels weiter untersucht werden. Die Krebsforscher glauben fest daran, dass die Krebsimpfung auch bald Menschenleben retten wird.


Gehirn
Foto: Menschliches Gehirn im Röntgenbild Ranveig mri. jpgCC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

So funktioniert die Tumorimpfung

Die Wissenschaftler verfolgen mit der neuen Tumorimpfung das Ziel eine Immunität gegen die aggressiven Krebszellen herbeizuführen. Dazu stellte man ein Peptid her, welches nach der Injektion Antikörper gegen die Tumorzellen anregt und somit entstehen lässt. Die Antikörper sorgen schließlich dafür, dass die Tumorzellen nicht mehr weiter wachsen. Gliome sind mutierte Stützzellen des zentralen Nervensystems, die nachweislich über die selbe Mutation des Enzyms Isocitrat-Dehydrogenase (IDH1) verfügen. Mit dieser Erkenntnis konnten die Wissenschaftler eine hochspezifische Eigenschaft der Krebszellen ausfindig machen und somit ein passendes Mittel zur Bekämpfung kreieren. Das mutierte Protein ist folglich auf allen Zellen des Tumors vorhanden, so dass eine Impfung mit dem richtigen Wirkstoff einen großen Effekt erzielen kann. Das bewiesen zuletzt die Forscher der Uni Heidelberg. Mit der Zugabe des speziellen Peptids wurden zudem gesunde nicht mutierte IDH1-Zellen verschont, was einen weiteren Pluspunkt manifestiert.

Bevor die Wissenschaftler mit der Impfung begannen, pflanzten diese menschliche MHC-Moleküle bei den Mäusen ein um nachzuweisen, dass die neue Methode auch bei Menschen funktioniert. Das neue Impfverfahren wird in Kürze auch bei Menschen getestet. Der wissenschaftliche Bericht zu der neuen Studie wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.