Der heute mit einem weiteren Tag Verspätung stattgefundene Start einer Falcon-9-Rakete war zwar nicht ganz so spektakulär wie der Testflug der Falcon Heavy letzte Woche, markierte aber ebenfalls den Beginn eines besonderen Projekts für SpaceX. Neben dem neuesten spanischen Erd-Beobachtungssatelliten „Pax“ befanden sich nämlich zwei Testsatelliten des SpaceX-Projektes Starlink an Bord der Rakete. Starlink soll eines Tages mit fast 12.000 Satelliten weltweit verfügbares Satelliten-Breitband-Internet zur Verfügung stellen.


Falcon 9 Start
Mit solch einer Falcon-9-Rakete wurden die zwei Testsatelliten ins All gebracht. Foto: Falcon 9 Launch 2, Stuart Rankin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Fast 12.000 Satelliten sollen die Welt mit Internet versorgen

Elon Musk hat seine Pläne von dem weltumspannenden Satellitennetz nicht unbedingt an die große Glocke gehängt, arbeitet aber schon seit einigen Jahren an dem Projekt. 2016 hat die US-Behörde FCC (Federal Communications Commission) den Start von 4.425 SpaceX-Internetsatelliten genehmigt. Das Unternehmen hat diese Zahl inzwischen auf 11.925 erhöht. Das entspricht etwa der sechsfachen Anzahl der Gesamtmenge der im Moment im Erdorbit kreisenden aktiven Satelliten.

Laut Daten von der Union of Concerned Scientists Satellite Database gibt es momentan 1.738 aktive Satelliten, die um die Erde kreisen. Selbst wenn man die etwa 2.600 inaktive Satelliten hinzunimmt, möchte SpaceX noch die dreifache Menge ins All bringen. Und wir reden hier nicht von kleinen Satelliten. Die Internet-Satelliten von SpaceX sind etwa so groß wie ein Auto und wiegen etwa 390 Kilogramm.


Zusammen mit dem Paz-Satelliten befanden sich zwei Testsatelliten von SpaceX an Bord der heute gestarteten Falcon-9-Rakete. Die Prototypen werden von SpaceX als Microsat-2a und Microsat-2br bezeichnet und sollen den Grundstein für zwei Satellitengruppen legen, mit denen SpaceX auf zwei unterschiedlichen Frequenzen Daten auf die Erdoberfläche senden will.

Grundstein für ein ambitioniertes Projekt

Von den 12.000 Satelliten werden 4.425 etwa 1.100 Kilometer über der Erdoberfläche stationiert werden. Weitere 7.518 Satelliten werden in 300 Kilometer Höhe positioniert. Allein die schiere Anzahl an Satelliten stellt SpaceX vor eine Herausforderung. Ganz zu schweigen von der Positionierung der Satelliten und der Übertragung und dem Empfang der Daten.

Zum einen wird SpaceX sicherstellen müssen, dass die Satelliten 24 Stunden am Tag mit Empfängern auf der Erde kommunizieren können. Zum anderen müssen so viele Objekte im Orbit auch koordiniert werden, um Kollisionen zu vermeiden.

Sollte der ambitionierte Plan (der bei SpaceX informell als das Starlink-Projekt bekannt ist) gelingen, könnte das System jeden beliebigen Ort auf der Erde mit Internet versorgen. Dies wäre vor allem für Entwicklungsländer, in denen die Internet-Infrastruktur noch nicht weit entwickelt ist, von unschätzbaren Wert. Und nicht nur das, das Satelliten-Netz würde auch hohe Einnahmen für SpaceX generieren: Bis 2025 rechnet das Unternehmen mit mehr als 40 Millionen Nutzern weltweit, die etwa 30 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr einbringen.

Als Elon Musk im Jahr 2015 erstmals die erforderlichen Genehmigungen bei der FCC beantragte, sagte er bei SpaceX in Seattle, dass sein Satelliten-System eines Tages etwa 50 Prozent der globalen Langstrecken-Kommunikation übernehmen soll. Wie viel Kommunikation in lokal begrenzteren Dimensionen übernommen werden würde, müsste sich zeigen. Musk zumindest zeigte sich gewohnt zuversichtlich und selbstbewusst. „We’re really talking about something which is, in the long term, like rebuilding the internet in space“, sagte er damals in Seattle. Nach dem erfolgreichen Falcon-9-Start von heute scheint SpaceX einen Schritt näher an diesem Ziel zu sein.

via The Verge

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