Vor exakt elf Jahren flog erstmals eine Falcon-1-Rakete des privaten Unternehmens SpaceX. Es war der Anfang einer durchaus erfolgreichen Geschichte. Denn inzwischen wurde aus dem ambitionierten Startup von damals ein ernst zu nehmender Akteur in Sachen Weltraumflüge. Vor drei Jahren wiederum stellte Firmengründer Elon Musk erstmals seine Pläne für das Raumschiff Starship der Öffentlichkeit vor. Nun wurde ein Prototyp präsentiert, der bei Testflügen bis zu zwanzig Kilometer in die Höhe steigen soll. Wie bei den meisten Entwicklungen üblich gab es zwischen der ersten Präsentation und dem Bau des Prototypens einige Veränderungen in den Planungen. Die vielleicht wichtigste: Anstelle von Kohlefasern wird nun Stahl als Baumaterial verwendet. Dies erleichtert den Ingenieuren die Arbeit, weil es mit Stahl bereits deutlich mehr Erfahrungswerte gibt.


Bild: SpaceX

In sechs Monaten könnte das erste Starship in den Weltraum fliegen

Auch der Durchmesser des Raumschiffs sank von zwölf auf neun Meter. Das Startgewicht wiederum wurde mit 5.000 Tonnen angegeben, was sogar nur der Hälfte des ursprünglich kommunizierten Wertes entspricht. Bei all diesen Änderungen wird klar: SpaceX hat sich von einigen zu ambitionierten Plänen verabschiedet und setzt nun auf Lösungen, die sich möglichst zeitnah realisieren lassen. Dies ist durchaus verständlich, denn der von Musk vorgegebene Zeitplan ist ambitioniert. So soll der jetzt vorgestellte Prototyp schon in ein bis zwei Monaten seinen ersten Testflug absolvieren. Gleichzeitig wird bereits an einem dritten Prototyp gearbeitet, der dann wirklich bis ins All fliegen können soll. Hier ist der erste Start ebenfalls bereits in sechs Monaten geplant. Allerdings schränkt selbst Musk ein: Gelingen wird dies nur, wenn die Entwicklungsarbeit weiterhin exponentiell voranschreitet.

Elon Musk will den Mars besiedeln

Außerdem werden noch die entsprechenden Genehmigungen der Behörden benötigt. Nachdem SpaceX zuletzt bei einem Testflug ein Naturschutzgebiet in Flammen setzte, dürften hier zukünftig zumindest höhere Sicherheitsvorschriften erlassen werden. Das Starship ist für Musk von entscheidender Bedeutung. Denn das Raumschiff wird benötigt, um Menschen und Material in den Weltraum zu transportieren. Pro Flug sollen dabei bis zu 100 Menschen oder 150 Tonnen Nutzlast transportiert werden können. Auch hier sind die zeitlichen Planungen recht anspruchsvoll: Musk will bereits ab dem Jahr 2025 mit den ersten Menschen den Mars besiedeln. Die NASA hält dies allerdings für vollkommen unrealistisch. Die US-Raumfahrtbehörde selbst plant erst in den 2030er Jahren menschliche Astronauten auf den roten Planeten zu schicken. Diese sollen dort dann auch nicht dauerhaft bleiben, sondern vor allem Forschungsarbeit leisten.


Via: New York Times

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1 Kommentar

  1. Siegfried Marquardt

    30. September 2019 at 15:44

    Mit dem neuem Star-Ship/Super Heavy (SH)– Projekt von SpaceX kommt man nicht einmal in den Orbit!
    Bis 2024 will nach Aussagen von Elon Musk die Firma Space X mit dem Projekt Starship MK 1 mit einer Besatzung von 100 Astronauten auf dem Mars landen. Die Parameter des neuesten Raumfahrtprojektes von Space X lauten entsprechend Firmenangaben/Internet und Medien wie folgt:
    1. Nutzmasse mN=120 t; 2. Startmasse mo= 5000 t; 3. Gesamttreibstoffmasse mTrgesamt=4500 t; 4. Treibstoffmasse der ersten Stufe mTr1= 4500 t ; 5. Treibstoffmasse der zweiten Stufe mTr2= 1200 t; 6. Treibstoffkombination: O2+CH4 (Methan);7. ve ≈ 3100 m/s=3,1 km/s. Damit ergibt sich eine Endgeschwindigkeit der Rakete von
    vB=v1*ln *(mo:ml1)+ v2+ *ln [ml1: (mo-mTr)]=
    3,1 km/s*ln 5000:1700 + 3,1 km/s*ln 1700:500=
    3,1*1,08 km/s+ 3,1km/s* 1,22 = 3,35 km/s + 3,8 km/s≈ 7,15 km/s.
    Davon muss man noch die Geschwindigkeitsverluste durch den Luftwiderstand von ∆vlf= 0,72 km/s und durch die Verluste der Gravitation mit ∆vg=t*g ≈282*10 s ≈ 2,8 km/s abziehen. Für die Erdrotation ist hingegen ∆vER=0,4 km/s hinzuzuaddieren. Als Resultat ergibt sich damit vB=4 km/s. Damit kommt man nicht einmal in den Erdorbit!
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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