Satelliten ins All zu bringen, wird immer preiswerter. Dies gilt insbesondere für kleine würfelförmige Cubesats. Die russische Firma Startrocket will dies nun nutzen, indem sie mit den kleinen Satelliten Werbebotschaften am Himmel erscheinen lässt. Gedacht ist dies vor allem für Großveranstaltungen. So könnte etwa im Anschluss an das Public Viewing bei einer Fußball-Weltmeisterschaft noch einmal ein Sponsor auf besondere Art und Weise präsentiert werden. Gegründet wurde das russische Startup erst im vergangenen Jahr. Der Zeitplan ist aber bereits sehr ambitioniert: Schon in zwei Jahren soll die Werbung am Himmel gebucht werden können. Auch die Preise wurden schon kommuniziert: Pro Tausend Kontakten sollen zwischen neun und fünfzehn Dollar fällig werden.


Bild: © Günter Seggebäing, CC BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Das gewünschte Bild leuchtet rund sechs Minuten am Himmel

Das ist jetzt nicht gerade ein Schnäppchen, aber auch kein exorbitant hoher Wert. Auch die großen Medienhäuser in den Vereinigten Staaten rufen ähnliche Zahlen auf. Die Werbung am Himmel wird in einer Höhe von 400 bis 500 Kilometern gezeigt und ist auf einer Fläche von fünfzig Quadratkilometern zu sehen. Allerdings müssen die Menschen den Blick auch zur richtigen Zeit in den Himmel lenken. Denn das gewünschte Bild ist nur für jeweils rund sechs Minuten zu sehen. Die technische Umsetzung von Startrocket ist durchaus gewitzt. Sie planen zahlreiche Cubesats im All zu platzieren, die dann das Sonnenlicht gezielt auf die Erde leiten. Jeder kleine Satellit funktioniert dabei gewissermaßen wie ein Pixel im Gesamtbild. Über eine eigene Lichtquelle verfügen die Cubesats nicht.

Die Idee bringt einige Nachteile mit sich

Die Ankündigung der Firma wirft aber auch eine Reihe von Fragen auf. Die wichtigste: Ist es überhaupt erlaubt, den Nachthimmel zu Werbezwecken zu erleuchten? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn es ist noch unklar, wer überhaupt die Befugnis hätte ein entsprechendes Verbot auszusprechen. Unabhängig davon bringt die Idee der russischen Firma aber auch einige Nachteile mit sich. So dürfte sich die Menge an Elektroschrott durch die Werbe-Cubesats nicht gerade verringern. Außerdem kämpfen viele Städte und Gemeinden aktuell mit dem Thema Lichtverschmutzung. Künstliche Leuchtpunkte am Himmel sind da nicht besonders hilfreich. In diesem Punkt sind aber auch andere Ideen aus jüngerer Vergangenheit kritisch zu sehen : So wird in China ein künstlicher Mond geplant, während eine japanische Firma einen Meteoritenschauer simulieren möchte.


Via: Startrocket

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