Kostenlos Bus und Bahn fahren und dafür einfach mal das teure Auto stehenlassen: In immer mehr Städten rund um den Globus ist das möglich. Jetzt will auch die erste Kommune in NRW nachziehen, in Monheim am Rhein fällt die endgültige Entscheidung am 10. Juli. Nach Willen der schon seit vielen Jahren regierenden Jugendpartei PETO zeigt der Kompass deutlich in Richtung Gratis-ÖPNV.


Von NoebseEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Zu den autonomen Buslinien nun noch Gratis-Nahverkehr

Daniel Zimmermann, der noch vor kurzem Deutschlands jüngster Bürgermeister war, kündigte diesen Schritt bereits öffentlich an. Er scheint sich seiner Sache sicher, dass sich schon in wenigen Tagen alle Monheimer über kostenlose Fahrten im Nahverkehr freuen dürfen – und zwar dauerhaft. Das Städtchen mit seinen etwa 44.000 Einwohnern durchläuft zurzeit einen wahren Boom, Wirtschaft und Bevölkerung wachsen überdurchschnittlich. Zuletzt machte Monheim von sich reden, als Anfang des Jahres die Ankündigung erfolgte, eine Flotte autonomer Busse in der Stadt einzusetzen. Der Linienbetrieb soll im Herbst aufgenommen werden: eine absolute Neuheit in Europa. Und jetzt sollen die Bürger mit dem neuen Nahverkehrspass nicht einmal mehr für die Beförderung bezahlen müssen, und zwar in den Gebieten Monheim und Langenfeld. Für Pendler, die regelmäßig in die umliegenden Großstädte fahren müssen, bedeutet dies in etwa die Halbierung ihrer Kosten. Wer nach Leverkusen, Köln oder Düsseldorf möchte, der muss dann nur noch einen Fahrschein der nächsten Tarifzone lösen.

Bürgermeister: »Das ist kein kurzer Testlauf«

Zimmermann betont: »Das ist kein kurzer Testlauf«, so überzeugt ist er von seinem Konzept. Seine Partei verfügt über eine klare Mehrheit im Stadtrat. Sie plant, dem Monheimer ÖPNV pro Jahr Tickets im Wert von bis zu 3 Millionen Euro abzukaufen, damit die Verkehrsbetriebe ihren Umsatz halten können. Die Kommune ist nicht nur schuldenfrei, sondern erwirtschaftet einen Haushaltsüberschuss, aus diesem Grund sind die Ausgaben locker möglich. Die Monheimer Kitas und Ganztagsschulen laufen ebenfalls schon gebührenfrei, da wäre der Gratis-Nahverkehr nun noch so etwas wie ein schmackhafter Nachschlag!


Aktuell bekennen sich 55 % der Monheimer klar zum eigenen PKW, nur 10 % nutzen regelmäßig Bus und Bahn. Statt der Peitsche wählt der Bürgermeister das Zuckerbrot als Lockmittel, um die Verhältnisse zu kippen. Leider funktioniert ein solches System ausschließlich in Städten mit hoher Wirtschaftskraft, denn »kostenloser Nahverkehr« bedeutet immer auch, dass irgendjemand die Sache bezahlen muss.

Quelle: welt.de

Mehr Infos zum kostenlosen Nahverkehr hier bei der FAZ.

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