Vor den kanarischen Inseln befindet sich ein Windrad, das seit Anfang dieses Jahres Strom produziert und in das Netz einspeist. Auf den ersten Blick klingt diese Nachricht noch nicht besonders spektakulär. Interessant wird es aber, wenn man sich die Entstehungsgeschichte der Anlage anguckt. Denn der Spanier Javier Nieto und sein Team haben sieben Jahre Forschungsarbeit investiert, um eine ganz besondere Konstruktion zu entwickeln. Der Clou: Das Fundament des Windrads fungiert zu Beginn als schwimmendes Floß und kann von einem einfachen Schlepper an die gewünschte Stelle gebracht werden. Dort lassen sich dann die eingebauten Ventile öffnen, sodass Wasser eintritt und das Fundament auf den Meeresboden sinkt.


Mietkosten in sechs- bis siebenstelliger Höhe können eingespart werden

Hinzu kommt ein weiterer Trick: Der Turm der Anlage lässt sich ausfahren. Die Rotoren können also bereits im Hafen installiert werden und das Windrad lässt sich als Gesamtprodukt über das Wasser transportieren. Ist das Fundament dann auf den Boden gesunken, fährt der Teleskopturm aus und es kann mit der Stromproduktion begonnen werden. All diese Prozesse werden vom Land aus mithilfe eines WLAN-Signals gesteuert. Der Einsatz von Fachkräften vor Ort oder Spezialschiffen ist nicht notwendig. Theoretisch lassen sich dadurch enorme Kosten einsparen. Denn alleine die spezialisierten Schiffe werden zu Tagespreisen von 200.000 bis 300.000 Euro vermietet. Hinzu kommen noch die Lohnkosten inklusive diverser Zuschläge. Erfinder Nieto hofft daher, zukünftig zahlreiche Firmen von dem besonderen Windrad überzeugen zu können.


Ein erster Windpark ist bereits in Planung

Deshalb hat er auch darauf geachtet, keine außergewöhnlichen Materialien zu verwenden. Stattdessen besteht das gesamte Windrad aus Beton mit Stahlverstärkungen und kann ohne Spezialwissen gebaut werden. Theoretisch könnte die Erfindung daher zukünftig in so gut wie jedem Land zum Einsatz kommen. Bisher allerdings existiert lediglich ein Prototyp, der unter Beweis stellt, dass die Technik tatsächlich funktioniert. In einem nächsten Schritt ist nun die Installation eines kleinen Windparks geplant, um potentiellen Kunden weitere Referenzobjekte zeigen zu können. Anschließend soll das Produkt zur Serienreife entwickelt werden, so dass eine Produktion in großen Stückzahlen möglich wird. Dann wird sich auch zeigen, ob das sich selbst installierende Windrad tatsächlich günstiger ist als die klassischen Offshore-Anlagen.

Via: DLF

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.