Pralinen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Geschmacksrichtungen. Stets beliebt sind vor allem die sündhaft gut schmeckenden Marzipan-Pralinen, die wohl auch in der Weihnachtszeit wieder vermehrt konsumiert werden dürften. Die Stiftung Warentest hat insgesamt 22 Marzipan- und Nougatpralinen einmal näher unter die Lupe genommen. Erschreckend musste festgestellt werden, dass fast alle Erzeugnisse gesundheitsgefährdende Rückstände beinhalten.


Marzipan-Pralinen
Pralinen-Sammlung Klaus Höpfner CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Mineralöl und aromatische Mineralöle in Pralinen entdeckt

Gleich mehrere, auf dem ersten Blick edel wirkende und auch nicht gerade zum Schleuderpreis angebotene Pralinen, können die Gesundheit der Konsumenten gefährden. So konnten beispielsweise in Marzipan-Pralinen des Herstellers „Bandy Brooks“ Mineralöl-Rückstände festgestellt werden. Unter den belastenden Rückständen wurden auch aromatische Mineralöle herausgefiltert. Diese stehen unter Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen.

Wie gelangt Mineralöl in die Pralinen ?

Problematisch ist den Experten nach die Verpackung der Pralinen. Schließlich besteht die Geschenkverpackung aus dickwandigen Recyclingkarton, der wiederum Mineralöle ausdünstet und an die Pralinen abgibt. Folglich sind die Pralinen umso stärker belastet, je länger diese sich im Karton befinden. Es ist daher ein Trend, dass ein Großteil der Hersteller von Pralinen bereits auf unbelastete Frischfaser-Verpackungen zurück greift. Bereits 2012 sorgten Schokoladen-Erzeugnisse aus dem Hause Bandy Brooks (Pralinen- und Eishersteller aus Amerika) für Aufsehen. Damals wurden bereits im Rahmen eines umfangreichen Tests von Adventskalendern Mineralöl-Rückstände festgestellt. Genauso wie auch in dem aktuellen Test wurden sogenannte MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) nachgewiesen.


Fehlende Kennzeichnung von Konservierungsstoffen

In den recht teuren Pralinen des belgischen Königshauslieferanten „Godiva“, die mit 8,95 Euro für 100 Gramm zu Buche schlagen, wurde der Konservierungsstoff „Sorbinsäure (E 200)“ in beachtlichen Mengen nachgewiesen. Sorbinsäure tauchte jedoch nicht bei der Zutatenliste auf. Das wurde von der Stiftung Warentest bemängelt, da der Zusatz ein Risiko für Allergiker darstellt.

Pralinen von Aldi schnitten gut ab

Als kleines Zwischenfazit konnte festgehalten werden, dass bei Pralinen das Attribut „teuer“ nicht immer gleich gut sein muss. So schnitten beispielsweise die „Zarten Herzen Edel Marzipan“ von Moser Roth, die bei Aldi-Nord angeboten werden, vergleichsweise gut ab. Auch die „Niederegger Marzipan Klassiker“ überzeugten. Insgesamt schnitten 12 von den 22 getesteten Marzipan-Pralinen-Sorten mit gut ab. Bei nahezu allen getesteten Pralinen konnten jedoch Rückstände von Mineralöl festgestellt werden. Lediglich ein Produkt war völlig frei von Mineralöl und aromatischen Mineralölen. Hierbei handelt es sich um die „Arko Walnuss-Edelmarzipan-Pralinen“ (u.a. erhältlich bei Amazon). Die Testergebnisse können unter anderem in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ oder im Internet nachgelesen werden.

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