Architekten bekommen oft knifflige Aufträge. So erging es auch den Mitarbeitern der Firma Lemay, die im kanadischen Montreal ein neues Transportcenter und Firmenhauptquartier planen sollten. Die Vorgabe dabei war klar: Das Gebäude sollte sich zum einen in die Umgebung einfügen. Soweit ein vergleichsweise normaler Auftrag. Gleichzeitig sollte das Transportzentrum aber auch so wenig Luftverschmutzung wie möglich verursachen – obwohl es täglich von 800 Mitarbeitern und 300 Bussen angefahren wird. Dazu arbeiteten die Architekten mit der Firma Ceragres zusammen, die eine besondere Form der Fassadengestaltung entwickelte. Die dort angebrachten Keramikplatten vermindern nicht nur den Reinigungsaufwand, sondern sorgen gleichzeitig bei Sonnenschein auch noch für saubere Luft.


Foto: Stephane Groleau
Foto: Stephane Groleau

Die simple Reinigung spart Wasser, Energie und Kosten

Ein weiterer Vorteil der Kacheln: Sie können in bis zu 150 Farben produziert werden und verblassen auch nach langer Zeit nicht. In diesem konkreten Fall entschieden sich die Planer für ein markantes Gelb, das an die Farben des Auftraggebers angelehnt ist. Die Kacheln wurden zudem einer hydrophilen Behandlung unterzogen und sind daher schmutz- und bakterienabweisend. Zur Reinigung reicht es daher, wenn etwas Wasser über die Fassade gegossen wird. Im Normalfall geschieht dies bereits durch den natürlichen Regen, so dass Frischwasser, Energie und Unterhaltskosten gespart werden können. Die Fassade ist aber nicht nur einfach sauber zu halten, sondern übernimmt auch selbst eine Reinigungsfunktion.

Katalysatoren setzen einen Umwandlungsprozess in Gang

Denn bei Sonnenschein unter UV-Bestrahlung werden bestimmte Katalysatoren aktiviert, die dann einen Umwandlungsprozess in Gang setzen. Dabei werden Schmutzmoleküle aus der Luft in harmlosere Einzelteile zerlegt und erst dann wieder freigesetzt. So geben die Busse beispielsweise Distickstoffmonoxid ab, was für einen Teil der Luftverschmutzung verantwortlich ist. Durch die Fassade werden daraus dann unter anderem harmlose Mineralsalze. Im Optimalfall bleibt so die Umgebung – trotz des doch erheblichen Verkehrsbelastung – von Schadstoffen in der Luft verschont.


Via: Inhabitat

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