Stephan Horch liebt die Natur und bewegt sich am liebsten mit dem Paddelboot über deutsche Flüsse. Vor einigen Jahren fiel ihm auf, wieviel Müll in den Gewässern schwimmt und er überlegte sich, wie er die Aufmerksamkeit auf dieses Problem lenken könnte. Die erste Idee misslang, doch mit dem zweiten Anlauf traf der gelernte Fotodesigner voll ins Schwarze.


„Clean River Project“: Kunstwerke in Ausstellung / Foto: Screenshot aus Youtube-Video s.u.

Er setzt den Müll nun künstlerisch in Szene

Am Anfang entschied sich Horch dazu, den Müll an Ort und Stelle zu fotografieren und die Bilder zu verbreiten. Leider blieb der erhoffte Aufschrei aus, kaum jemand interessierte sich für die Fotos und das dahinterstehende Anliegen. Nun begann der Naturfreund, den Abfall einzusammeln und daraus Kunstwerke zu erstellen, die er dann wiederum fotografierte. Weil er die verrücktesten Dinge in den unterschiedlichsten Zerfallsstadien fand und die daraus entstandenen „Skulpturen“ verblüffend skurril wirkten, kam plötzlich doch Interesse aus. Inzwischen kommen immer wieder neue Ausstellungen zustande, die neugierige Besucher anziehen. Die Menschen äußern sich erstaunt bis verstört darüber, was Horch alles aus unseren Gewässern fischt. Inzwischen hat der Paddler zusammen mit 6 Freunden den Verein „Clean River Project“ gegründet. Müllsammelprojekte stehen an oberster Stelle der Aktivitätenliste, wie zum Beispiel das große „Clean Up Festival“ in Winningen, das mehr als 60 Menschen dazu animierte, sich als ehrenamtliche Abfallsammler zu betätigen.

Video: So sieht das Projekt „in natura“ aus


Jedes Jahr sammelt das „Clean River Project“ 30.000 Liter Müll ein

Das „Clean River Project“ besitzt auch eine eigene Homepage sowie eine Facebook-Seite und versorgt so alle Interessierten mit regelmäßigen frischen Informationen. Immer mehr Menschen fühlen sich davon angesprochen und beginnen, sich auf dem Gebiet des Gewässerschutzes zu engagieren. In einer Crowdfunding-Kampagne des Vereins kam genügend Geld zusammen, um 450 Kilometer des Rheins abzufahren, dort Müll zu sammeln und acht Ausstellungen am Wegesrand zu arrangieren. Bei einer Tour über die Mosel gelang es Horch und seinen Helfern, auf nur 4 Kilometer Strecke ganze 840 kg Dreck einzusammeln. Jedes Jahr kommen insgesamt etwa 30.000 Liter Müll zusammen, die das „Clean River Project“ auf seinen Fahrten zusammenträgt. Das sind Zahlen, die erschauern lassen!  Aber zugleich können wir uns des Gedankens nicht erwehren, dass Stephan Horch ganz auf der richtigen Fährte ist.

Quelle: focus.de

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