Asphalt ist für den Straßenbau eigentlich eher unpraktisch. Es dauert vergleichsweise lange bis eine Straße mit Asphalt fertiggebaut ist und bei den immer wieder notwendigen Arbeiten unterhalb der Asphaltdecke muss diese zunächst mühsam aufgerissen werden. Zudem ist die Herstellung von Asphalt auch vergleichsweise schädlich für die Umwelt. Bisher allerdings hat die Menschheit noch kein Material gefunden, das besser geeignet wäre, die Belastungen des Straßenverkehrs auszuhalten. Die niederländische Firma VolkerWessels hat nun allerdings eine interessante Alternative ins Spiel gebracht: Recyceltes Plastik soll zukünftig im Straßenbau zum Einsatz kommen. Dies berichtet die britische Zeitung „The Guardian“.


Via: The Guardian Photograph: VolkerWessel
Via: The Guardian Photograph: VolkerWessel

Plastik könnte die Straßenbauarbeiten enorm verkürzen

Bisher befindet sich das Projekt PlasticStreet zwar noch in der Konzeptphase, innerhalb der nächsten drei Jahre soll allerdings ein erstes Pilotprojekt starten. Die niederländische Stadt Rotterdam hat bereits ihr Interesse angemeldet und ist bereit zu Testzwecken einige ihrer Straßen mit der neuen Technik auszustatten. Ein Straßenbelag aus recyceltem Plastik hätte dabei gleich mehrere Vorteile: Die Straßenstücke könnten beispielsweise bereits in einer Fabrik produziert werden und müssten dann vor Ort nur noch zusammengesetzt werden. Die Bauzeit würde sich so von mehreren Monaten auf wenige Wochen verkürzen.

Erste Tests im Labor sollen ein Pilotprojekt ermöglichen

Zudem würde der Straßenbau so einen Beitrag leisten zum Abbau des riesigen Berges an Plastikmüll, der auf der Welt bereits vorhanden ist und jährlich weiter zunimmt. Rolf Mars, bei VolkerWessels zuständig für den Straßenbau, gab der Öffentlichkeit nun einen kleinen Einblick in die weitere Vorgehensweise: „Soweit ich weiß, sind wir die ersten, die so etwas versuchen. Bisher ist es noch eine Idee auf dem Papier. Die nächste Stufe ist nun, so etwas tatsächlich zu bauen und im Labor zu testen, um sicher zu gehen, dass es auch bei nassen und glitschigen Bedingungen sicher ist.“ Anschließend soll dann ein erstes Pilotprojekt auf Rotterdams Straßen folgen.


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1 Kommentar

  1. Jan Hartmann

    9. Februar 2017 at 15:27

    Interessantes Projekt, wenn man bedenkt, wie aufwendig in energetischer Hinsicht die Herstellung von Asphalt bis zum heutigen Tag immer noch ist. Andererseits muss dieser neue Kunststoffbelag den vielen Belastungen z.B. mechanische, chemische und thermische auch standhalten und genau an dem Punkt scheitert es meistens. Bin trotzdem gespannt, ob sich in der Richtung etwas bewegt.

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