Eigentlich werden neue Ideen zum Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektroautos dringend benötigt. Denn das Netz wächst zwar beständig, weist aber noch immer zu viele Lücken auf. Die Firma Ubitricity hat daher ein intelligentes System entwickelt, mit dem Straßenlaternen zu Ladestationen werden können. Der Clou: Die Abrechnung erfolgt nicht an der Steckdose, sondern mithilfe des Kabels, das der Kunde mitbringt. Auf diese Weise ist die Umrüstung der Laternen denkbar einfach: Im Prinzip muss an die ohnehin vorhandene Stromleitung nur eine Steckdose angebracht werden. In Berlin wurde das Konzept bereits probehalber an einigen Laternen getestet. Die Nutzung erwies sich in der Praxis aber als schwierig. Denn die Stadtverwaltung wollte die dazugehörigen Parkplätze nicht für Elektroautos reservieren, sodass diese zumeist belegt sind.


Zunächst werden zwei Bezirke mit der neuen Technik ausgerüstet

Der Grund: Die Verwaltung pochte darauf, dass es reservierte Parkplätze nur für offene Systeme gibt. Oder anders ausgedrückt: Wenn jeder Fahrer eines E-Autos die Ladestation nutzen kann. Bei Ubitricity ist dies recht offensichtlich nicht der Fall, weil ja ein entsprechendes Lade- und Abrechnungskabel benötigt wird. Nun scheinen sich die beiden Parteien allerdings doch noch geeinigt zu haben: Im Rahmen eines groß angelegten Pilotprojekts werden in den nächsten Jahren in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf bis zu 1.000 entsprechende Ladepunkte installiert. Im Gegenzug musste Ubitricity versprechen, dass jeder die entsprechenden Lademöglichkeiten auch nutzen kann. Wie dies sichergestellt werden soll, wird in den nächsten Monaten noch ausgehandelt. Selbiges gilt für die Frage, ob zumindest vor einigen Laternen auch die Parkplätze entsprechend ausgewiesen werden.


Die Ladegeschwindigkeit ist der Schwachpunkt des Systems

Auch andere Millionenstädte haben das Potential hinter der Idee bereits erkannt. So hat Ubitricity in London bereits einige Straßenzüge komplett umgerüstet. In New York gewann das Unternehmen zudem einen Wettbewerb zum Thema Klimaschutz und darf seine Idee nun auch dort testen. Einen Nachteil haben die umgerüsteten Laternen allerdings. Sie ermöglichen lediglich ein einphasiges Laden mit bis zu 3,7 Kilowatt. Der Akku eines Tesla kann damit auch über Nacht nicht einmal annähernd vollständig geladen werden. Für Stadtautos mit geringerer Reichweite und kleinerer Batterie reicht die Ladegeschwindigkeit allerdings aus. Profitieren sollen von den neuen Ladepunkten vor allem Menschen, die über keinen privaten Parkplatz verfügen, auf dem eine Ladestation installiert werden könnte.

Via: Ubitricity

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