Bisher gab es bei der NASA eine strikte Vorgabe: Die Besatzung der Weltraumraketen wurde ausschließlich nach objektiven Kriterien ausgewählt. Nicht immer mussten dies professionelle Astronauten sein, aber mit Geld konnte man sich keinen Platz an Bord kaufen. Anders sah dies bei der russischen Raumfahrtagentur aus. Diese brachte bereits mehrere Privatpersonen in den Weltraum – und ließ sich diesen Dienst mit jeweils einigen Millionen Dollar vergüten. Ein Strategiepapier der NASA sieht nun vor, diesen Ansatz zu übernehmen. Zwar wurde dem Vorschlag noch nicht offiziell zugestimmt, doch einige einflussreiche Personen innerhalb der Organisation haben bereits ihre Zustimmung signalisiert. Demnach könnte die NASA Plätze in den Raketen, die zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, international vermarkten und so zusätzliche Einnahmen generieren.


Space Launch System NASA
Dieses Konzept zeigt den Block 1 des SLS der NASA. Foto: NASA

Aktuell kann die NASA gar nicht zur ISS fliegen

Bisher handelt es sich aber aus einem simplen Grund noch um reine Zukunftspläne: Aktuell verfügt die NASA über keine Transportkapseln, die bemannte Flüge zur ISS durchführen können. Diese Aufgabe wird momentan ausschließlich von russischen Sojus-Kapseln übernommen. Die eigentlich von der NASA mit dem Bau der entsprechenden Raumschiffe beauftragten Unternehmen Boeing und SpaceX hinken hingegen ihren eigenen Zeitplänen noch hinterher. Nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten könnten die US-Raumtransporter dann aber auch zahlende Touristen an Bord nehmen. Für die NASA wäre dies eine elegante Lösung, um zu zeigen, wie sich mit dem Betrieb der ISS Geld verdienen lässt. Denn bisher ist die staatliche Finanzierung nur bis zum Jahr 2025 gesichert. Anschließend steht eine Privatisierung im Raum. Diesem Plan schlägt allerdings noch viel Skepsis entgegen.

Auch die Namen der Raketen könnten vermarktet werden

Auch in anderen Bereichen will die NASA mit traditionellen Regelungen brechen. So dürfen die Astronauten bisher nicht in Werbespots für kommerzielle Unternehmen auftreten. Dies könnte sich zukünftig ändern und soll vor allem dem Zweck dienen, die Weltraumagentur wieder stärkt im kollektiven Bewusstsein der Nation zu verankern. Aus dem selben Grund ist geplant, das Logo der Organisation zukünftig stärker zu nutzen und beispielsweise auf den Raketen anzubringen. Diese wiederum könnten auch neue Namen erhalten. So kursiert etwa die Idee, entsprechende Namensrechte zu vermarkten. Noch ist unklar, welche der Pläne letztlich tatsächlich umgesetzt werden. Es zeigt sich aber: Der neue NASA-Direktor Jim Bridenstine hat keine Scheu vor dem Kontakt mit der Privatwirtschaft.


Via: Washington Post

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