Das Raumfahrt-Unternehmen Stratolaunch hat schon seit einiger Zeit mit Problemen zu kämpfen. Die überaus ambitionierten Zukunftsplanungen des Startups wurden daher bereits deutlich zusammengestrichen. So wurde beschlossen, nicht weiter an der Entwicklung eines neuartigen Raketenantriebs zu arbeiten. Aus der geplanten Familie von Flugsystemen zum Start von Weltraumraketen blieb zudem zunächst lediglich noch das Riesenflugzeug Roc mit einer Spannweite von 117 Metern übrig. Gleichzeitig wurde auch die Zahl der Mitarbeiter massiv reduziert: Von mehr als siebzig auf nur noch rund 20 Personen. Dennoch konnte das – gemessen an der Spannweite der Flügel – größte Flugzeug der Welt im April erfolgreich den Jungfernflug absolvieren. Doch jetzt droht dem Projekt das endgültige Aus: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, stellt das Unternehmen den operativen Betrieb ein.


Die Schwester des Gründers zieht einen Schlussstrich

Gegründet wurde das Startup im Jahr 2011 durch Paul Allen. Dieser hatte als Mitgründer von Microsoft ein Vermögen verdient und träumte davon, die Erforschung des Weltraums zu revolutionieren. Deshalb investierte er über seine Investmentgesellschaft Vulcan nicht unerhebliche Summen in Stratolaunch. Doch im Oktober vergangenen Jahres verstarb der Milliardär an einer Krebserkrankung. Seiner Schwester fiel daher die Aufgabe zu, zu entscheiden, ob das teure Hobby weiter verfolgt werden soll. Sie wählte eine Art Doppelstrategie. Auf der einen Seite wurde der Jungfernflug des Riesenfliegers weiter vorbereitet. Dies geschah im Andenken an Paul Allen und um die grundsätzliche Funktionsweise des Konzepts unter Beweis zu stellen. Gleichzeitig war aber auch klar: Nach dem erfolgreichen Erstflug müssen neue Finanzierungsquellen aufgetan werden.


Richard Branson verfolgt bereits ähnliche Pläne

Bisher hat sich aber kein Käufer für die gesamte Firma gefunden. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass zahlreiche begehrte Mitarbeiter bereits zu Konkurrenzunternehmen abgewandert sind. Deswegen wird nun versucht, zumindest einzelne Werte noch zu verkaufen. So könnte etwa der Riesenflieger Roc einen Abnehmer finden. Selbiges gilt für gewisse Patente und Rechte. Klar ist aber auch: Das in die Firma gesteckte Geld kann so nicht vollständig wieder rein geholt werden. Die Idee, Raketen schon in der Luft starten zu lassen, dürfte aber auch so weiter leben. Denn das von Richard Branson gegründete Unternehmen Virgin Galactic verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Die Ingenieure dort haben aber schlicht eine Boeing 747 umgebaut und kein komplett neues Flugzeug entwickelt.

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