Rein theoretisch betreibt die ProSiebenSat.1-Gruppe schon seit vielen Jahren ein Konkurrenzprodukt zu Netflix und Amazon Prime Video. Doch die Online-Videothek maxdome bereitet dem Konzern schon lange keine große Freude mehr. Der Marktanteil bei der täglichen Nutzung von kostenpflichtigen Streamingdiensten lag im vergangenen Jahr gerade einmal bei 1,8 Prozent. Deshalb erfolgt nun eine Art Neustart mit frischem Konzept. Bereits vor einiger Zeit hat der Medienkonzern dazu die Streaming-Plattform Joyn präsentiert. Dort konnte man bisher Live-Fernsehen schauen oder die Mediatheken zahlreicher Sender nutzen. Außerdem gab es auch einige exklusive Serien. Bisher allerdings war das Angebot rein werbefinanziert. Die Nutzer mussten also keine monatliche Gebühr entrichten.


Bild: Florian Hurlbrink [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Lokale Inhalte sollen für ein Alleinstellungsmerkmal sorgen

Dies soll sich zukünftig zumindest teilweise ändern. Denn Joyn hat nun auch ein Bezahlangebot integriert. Für zunächst 3,99 Euro pro Monat sollen die Nutzer aus 34.000 Filmen und Serien wählen dürfen. Nach einem Vierteljahr steigt die Gebühr allerdings auf 6,99 Euro monatlich – und ist damit ein Euro preiswerter als das günstigste Netflix-Abonnement. Diese große Auswahl an Filmen und Serien wird unter anderem möglich, weil eben auch maxdome in das Angebot integriert wird. Gleichzeitig möchte man sich inhaltlich aber auch klar vom amerikanischen Konkurrenten abgrenzen. So kündigte der Konzern an, vor allem mit lokalen Inhalten punkten zu wollen. Als Testballons in diese Richtung können zwei Serien gelten, die aktuell in der werbefinanzierten Variante von Joyn präsentiert werden.

Die Einnahmen aus klassischer TV-Werbung gehen zurück

„Check Check“ mit Klaas Heufer-Umlauf und „Frau Jordan stellt gleich“ mit Katrin Bauerfeind sind jeweils exklusiv auf Joyn zu sehen. Für ProSiebenSat.1 ist der Ausbau des Streaming-Angebots von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Konzerns. Denn die Einnahmen aus klassischer TV-Werbung blieben zuletzt zumeist unter den Vorjahreswerten zurück. In den ersten neun Monaten dieses Jahres war beispielsweise ein Minus von fünf Prozent zu verbuchen. Gleichzeitig wuchsen allerdings die Umsätze mit digitaler Werbung – wenn auch auf niedrigem Niveau. Nun sollen also Abo-Gebühren als weitere Ertragssäule etabliert werden. Die Konkurrenz in diesem Bereich ist allerdings gewaltig. So haben zuletzt auch Disney und Apple eigene Streaming-Angebote angekündigt. Netflix und Amazon konnten zudem in Deutschland bereits große Marktanteile erobern. Und nicht zuletzt betreibt auch RTL mit TV Now ein eigenes Angebot.


Via: Handelsblatt

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