Schon seit längerer Zeit hat die deutsche Politik es sich zum Ziel gesetzt, wieder mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern. Besonders erfolgreich ist sie bei diesem Versuch allerdings nicht. Aktuell wird nur 18 Prozent der Fracht in Deutschland per Güterzug transportiert. Für das Klima ist dies keine gute Nachricht. Denn die Zahlen sind eindeutig: Pro Tonne Ladung und je Kilometer verursacht ein LKW 101 Gramm an CO2-Emissionen. Bei einem Güterzug liegt der entsprechende Wert hingegen lediglich bei 23 Gramm. Mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich sollen daher nun die Rahmenbedingungen für den Transport auf der Schiene verbessert werden. Das Ziel: Deutlich längere Güterzüge sollen das Transportmittel attraktiver machen.


Foto: LVT771 at de.wikipedia (Own work) [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Viele Güterzüge transportieren weniger Fracht als sie könnten

Denn bisher können Güterzüge zwar theoretisch bis zu 740 Meter lang sein. In der Praxis spielt das Streckennetz aber oftmals nicht mit. So sind viele Überholgleise schlicht nicht lang genug oder das Signalsystem ist nicht auf Züge einer solchen Länge ausgelegt. Auf vielen Strecken in Deutschland sind daher oftmals gut ausgelastete Güterzüge unterwegs, die aber weniger Ware transportieren als sie eigentlich könnten. Experten schätzen, dass nur gut jeder zehnte Güterzug auf die mögliche Maximallänge kommt. Wie die Bundesregierung nun auf Nachfrage eines Abgeordneten bekannt gab, sollen die vielen kleinen Problempunkte im deutschen Streckennetz nun beseitigt werden. Die Kosten dafür werden durch das zuständige Ministerium auf 405 Millionen Euro geschätzt.

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Zuletzt aktualisiert am 11.12.2019

Der Großteil der Verkehrsinvestitionen fließt in die Straße

Im Bundesverkehrswegeplan wurde das Projekt in den sogenannten „vordringlichen Bedarf“ eingeordnet und hat somit eine gewisse Priorität bekommen. Insgesamt sollen im Rahmen des Plans rund 270 Milliarden Euro in den Ausbau und den Erhalt der deutschen Verkehrsinfrastruktur investiert werden. Der Großteil – etwa 132 Milliarden Euro – wird allerdings in den Straßenbau fließen. Den Rest der Summe müssen sich Schiene und Wasserwege teilen. In unseren Nachbarländern fahren zudem bereits heute schon deutlich längere Güterzüge. So verkehrt zwischen dem Rangierbahnhof Maschen südlich von Hamburg und der dänischen Stadt Padborg bereits seit dem Jahr 2012 teilweise ein 835 Meter langer Güterzug.


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