Am Streetscooter der Deutschen Post scheiden sich die Geister. Während die Nachfrage nach dem Lieferwagen mit Elektromotor konstant hoch ist, äußern sich einige konzerneigene Zusteller eher kritisch. Dennoch steht der ehemalige Staatskonzern weiter hinter dem Projekt und plant für die Zukunft einige interessante Verbesserungen. Ein eigenes Elektroauto wird es unter der Marke Streetscooter allerdings nicht geben. Diese Aufgabe übernimmt die Firma e.Go, die ihren Ursprung ebenfalls an der RWTH Aachen hat. Beim Streetscooter sind hingegen die folgenden Neuerungen geplant:


1. Spezialvarianten für viele Branchen!

Logischerweise wurde der Streetscooter auf die Bedürfnisse eines Paketdienstes zugeschnitten. Der Antriebstechnik ist es aber grundsätzlich egal, welche Waren das Fahrzeug transportiert. Inzwischen wurde daher damit begonnen, neue Designs für den Laderaum umzusetzen und so neue Anwendungsfälle zu ermöglichen. Ein Beispiel dafür: Das sogenannte Bakery Vehicle 1 für die Auslieferung von Bäkereien. Auch Müllfahrzeuge mit Elektroantrieb sind geplant.


Der Streetscooter und das klassische Postrad kommen aktuell parallel zum Einsatz.

2. Der Range Extender sorgt für zusätzliche Reichweite!

Immer wieder ist zu hören, dass der Streetscooter die versprochene Reichweite nicht schafft. Im Winter verzichten einige Zusteller daher sogar auf die Heizung, aus Angst ansonsten liegen zu bleiben. Daher soll im kommenden Jahr auch ein 60 kWh Akku eingebaut werden können – bisher sind es maximal 40 kWh. 500 Fahrzeuge sollen zudem einen sogenannten Range Extender bekommen – wodurch sich die Reichweite auf 500 Kilometer erhöht. Faktisch handelt es sich um eine Brennstoffzelle für den Wasserstoffantrieb.

3. Automatisiertes Be- und Entladen!

Unabhängig vom eingebauten Motor müssen die Fahrzeuge natürlich auch be- und entladen werden. Aktuell übernimmt diese Aufgabe in der Regel der Zusteller. Zukünftig soll er aber von automatisierten Systemen unterstützt werden. So ist etwa ein Roboterarm entwickelt worden, der Paketstationen befüllen kann.

4. Autonomes Fahren auf Zuruf!

Oftmals steigt der Zusteller aus dem Wagen aus, gibt einige Pakete an verschiedenen Haustüren ab und geht dann zurück zu seinem Lieferwagen. Zukünftig soll er sich den Rückweg aber sparen können. Denn der Streetscooter soll in die Lage versetzt werden, autonom zu fahren und dem menschlichen Mitarbeiter zu folgen. Dafür wird der Elektrolieferwagen mit Kameras sowie mit Lidar- und Radarsensoren ausgestattet. Die anfallenden Daten wiederum werden von einer Steuerungseinheit verarbeitet, die von Nvidia und ZF entwickelt wurde. Zunächst dient die Technik vor allem der Sicherheit – etwa mithilfe von automatischen Bremssystemen. Später sollen die Wagen dann komplett autonom agieren können. In naher Zukunft soll dies auch erstmals auf öffentlichen Straßen getestet werden.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.