Der Fall des aus Saudi-Arabien stammenden Journalisten Jamal Khashoggi ist keine rein politische Angelegenheit, sondern betrifft auch viele Firmen, die wirtschaftliche Kontakte in das Königreich pflegen. So sagten zahlreiche Vertreter namhafter Firmen ihre Teilnahme an einer wichtigen Wirtschaftskonferenz in Riad ab. Teilweise geschah dies – etwa bei Siemens-Chef Joe Kaeser – erst auf großen öffentlichen Druck hin. Khasoggi lebte seit einigen Jahren im Exil und wurde mutmaßlich im saudi-arabischen Generalkonsulat in der Türkei ermordet. Für Richard Branson war damit eine Grenze überschritten: Er beendete die Verhandlungen zwischen seiner Virgin Group und einem Staatsfonds des Landes. Eigentlich wollte Branson rund eine Milliarde Dollar in den „Public Investment Fund“ Saudi-Arabiens investieren und damit vor allem die Weltraum-Projekte des Königreichs finanzieren.


Die offiziell Begründung wirft Fragen auf

Das Ende dieser Verhandlungen hatte allerdings auch Auswirkungen auf Virgin Hyperloop One. Denn die Firma wollte eigentlich eine Hyperloop-Strecke in Saudi-Arabien realisieren. Die Verhandlungen darüber wurden im Zuge der Ereignisse allerdings von Seiten des Königreichs für beendet erklärt. Nur wenige Tage später kündigte Branson nun seinen Rücktritt als Vorsitzender an. Ein Zusammenhang scheint daher auf der Hand zu liegen, auch wenn der Unternehmer selbst andere Gründe angibt: Er verweist darauf, dass er selbst bei der Virgin Group und seinen gemeinnützigen Projekten sehr stark eingebunden sei und Virgin Hyperloop One einen stärker im Tagesgeschäft involvierten Chef benötige. Dass Branson eine Vielzahl weiterer Projekte betreut, war allerdings auch zuvor schon bekannt. Das Unternehmen selbst wollte bisher nicht kommentieren, ob der Streit zwischen Branson und Saudi-Arabien bei der Entscheidung eine Rolle gespielt hat.


Der größte Investor kommt aus Dubai

Der Multi-Unternehmer war erst vor rund einem Jahr bei Hyperloop One eingestiegen und hatte damit die Phantasie vieler Beobachter beflügelt. Denn mit Elon Musk und Branson hatten sich somit gleich zwei Ausnahme-Unternehmer der neuen Hyperloop-Technologie verschrieben. Auch wenn Virgin im Namen auftaucht, handelt es sich allerdings keinesfalls um den größten Investor der Firma. Vielmehr liegen die meisten Anteile bei der staatlichen Firma DP World in Dubai. Auch dort wollte man sich zudem Konflikt zwischen Branson und Saudi-Arabien nicht näher äußern. Ein Sprecher kündigte lediglich an, dass ein neuer Firmenchef gesucht werde. Das Investment grundsätzlich scheint aber nicht infrage gestellt zu werden. Auch die Vereinigten Arabischen Emiraten werden immer wieder als möglicher Standort für einen Hyperloop ins Spiel gebracht.

Via: Reuters

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