Aktuell haben Elektroautos noch mit vergleichsweise hohen Anschaffungskosten zu kämpfen: Wer sich ein neues Auto zulegt, muss dafür zu Beginn deutlich mehr Geld zahlen als für ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor. Zwar wird das Geld aktuell im Laufe der Lebensdauer durch die niedrigeren Betriebskosten wieder hereingeholt. Dies liegt aber vor allem an der Steuer- und Abgabenpolitik des Staates. Denn Benzin ist unter anderem aufgrund der Mineralölsteuer so teuer. Sollte sich der Elektroantrieb irgendwann tatsächlich flächendeckend im Straßenverkehr durchsetzen, dürfte der Staat auch hier zusätzliche Begehrlichkeiten entwickeln. Generell lässt sich aktuell sagen, dass Elektroautos noch zu teuer sind, um wirklich den Massenmarkt zu erobern. So schafft es auch Tesla bisher nicht, den Mittelklassewagen Model 3 zum versprochenen Basispreis von 35.000 Euro anzubieten.


Symbolbild

2030 könnten Millionen E-Autos zu viel auf dem Markt sein

Hoffnung macht nun allerdings eine Studie der Wirtschaftsberatung Deloitte. Demnach ist ab dem Jahr 2030 mit stark sinkenden Preisen auf dem Markt für Elektroautos zu rechnen. Diese Prognose basiert nicht auf der Hoffnung auf neue technologische Entwicklungen. Vielmehr haben sich die Experten schlicht die Ankündigungen der verschiedenen Autohersteller einmal genauer angesehen. So haben etwa Volkswagen und Volvo bereits angekündigt, die Produktion von Elektroautos massiv ausbauen zu wollen. Addiert man nun die Zahlen der verschiedenen Hersteller und stellt diesen Gesamtwert der erwarteten Nachfrage gegenüber, ergibt sich eine Überkapazität von 14 Millionen Autos für das Jahr 2030. Dadurch könnten die Hersteller gezwungen sein, die Preise massiv zu senken oder hohe Rabatte einzuräumen, um die produzierten Elektroautos loszuwerden. Für die potentiellen Käufer wäre dies eine komfortable Situation.

Die Lage kann sich lokal unterscheiden

Allerdings muss die Prognose noch mit einigen Einschränkungen versehen werden. So wird die Überproduktion natürlich nur auf globaler Ebene existieren. Verkauft werden die Elektroautos dann aber auf den nationalen Märkten. Es kann also zu starken lokalen Unterschieden kommen. So drängen aktuell alle Hersteller auf den chinesischen Markt, weil dort das größte Potential vermutet wird. Diese Konkurrenzsituation könnte dort für besonders stark sinkende Preise sorgen. Auf der anderen Seite kann es aber auch Märkte geben, die weniger stark im Blickpunkt stehen und deswegen von der Überproduktion nicht in diesem Ausmaß profitieren. Hinzu kommt, dass auch hier die staatliche Komponente nicht außer Acht gelassen werden darf. So haben auch Zölle und Steuern einen nicht zu verachtenden Einfluss auf den Verkaufspreis von Elektroautos.


Via: Deloitte

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