In den letzten Jahren gab es eine ganze Reihe an Studien, die versucht haben zu prognostizieren, wie viele Arbeitsplätze durch die immer weiter voranschreitende Automatisierung verloren gehen werden. In den Vereinigten Staaten diskutierten sogar die Präsidentschaftsbewerber der Demokraten in ihren TV-Duellen über das Thema. Wissenschaftler der „University of Illinois“ wollten es daher genau wissen und entschieden sich für einen eigentlich nahe liegenden Ansatz: Sie interviewten zahlreiche Führungskräfte in der Logistik-Branche. Dabei wurde unter anderem abgefragt, welche Formen der Automatisierung zukünftig geplant sind und welche Ziele damit verfolgt werden. Für die betroffenen Arbeitnehmer bringt die daraus entstandene Studie eine gute und eine schlechte Nachricht mit sich.


Die Automatisierung bringt zwei Probleme mit sich

Grundsätzlich positiv ist erst einmal die Tatsache, dass es zumindest in den nächsten zehn Jahren wohl nicht zu flächendeckenden Entlassungen kommen wird. Trotzdem investieren fast alle Unternehmen der Branche massiv in die Automatisierung. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Mitarbeiter vor Ort. Teilweise erhalten diese durchaus sinnvolle Unterstützung durch Roboter – etwa wenn entsprechende Greifarme beim Anheben schwerer Pakete helfen. Gleichzeitig verweisen die Forscher aber auch auf zwei Entwicklungen, die den Job zukünftig deutlich anstrengender machen könnten. Zum einen besteht die Gefahr, dass Aufgaben zukünftig eintöniger werden und weniger Kontakt zu Kollegen mit sich bringen. Eine ähnliche Entwicklung ließ sich in der Vergangenheit auch schon in der Industrie – etwa bei Autoherstellern – beobachten.


Gamification ist kein Teil der Lösung

Hinzu kommt: Je automatisierter der Warenstrom wird und je standardisierter die Tätigkeit ausfällt, desto größer werden auch die Überwachungsmöglichkeiten durch Vorgesetzte. Mitarbeiter stehen daher ständig unter Erfolgsdruck, um die gesetzten Zielmarken zu erreichen und nicht weniger produktiv zu sein als die Kollegen. Amazon hat dies in einigen Warenlagern in den Vereinigten Staaten schon auf die Spitze getrieben und ein Spiel namens „MissionRacer“ eingeführt. Darin gewinnt, wer seine Aufgaben am schnellsten erledigt. Diese Form der Gamification und ähnliche Vergleichsmethoden mögen kurzfristig die Leistung und die Produktivität erhöhen. Die Forscher warnen allerdings, dass dies langfristig die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigen dürfte. Entsprechende Tools sollten daher nur zurückhaltend eingesetzt werden.

Via: Recode

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