Thomas Crowther hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Experte für Bäume gemacht. Vor rund vier Jahren sorgte beispielsweise eines seiner Projekte für großes Aufsehen. Damals hatte der Wissenschaftler die Zahl der Bäume auf der Erde genauer untersucht und war auf die Zahl von drei Billionen gekommen. Schätzungen der NASA zuvor waren von deutlich niedrigeren Werten ausgegangen. Von Interesse ist dies, weil Bäume eine wichtige Rolle in Sachen Klimaschutz spielen können. Denn die natürlichen Gewächse speichern im Laufe ihres Lebens CO2. Sie können also genutzt werden, um Emissionen auszugleichen. Crowther hat nun berechnet, wie stark dieser Klimaschutzeffekt der Bäume tatsächlich ist. Daraus wiederum lässt sich dann ableiten, wie viele Bäume gepflanzt werden müssten, um die Emissionen vollständig aufzunehmen.


Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

Auf der Erde ist genug Platz für 1,2 Billionen zusätzliche Bäume

Konkret kam der Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die drei Billionen Bäume, die es bereits gibt, stolze 400 Gigatonnen CO2 gespeichert haben. Demzufolge wären rund eine Billionen weitere Bäume notwendig, um circa 133 Gigatonnen des Klimagases aus der Luft zu holen. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 lag der weltweite Ausstoß bei etwas mehr als 36 Gigatonnen. Das heißt: Durch massive Aufforstung kann es gelingen, die CO2-Emissionen mehrerer Jahre vollständig auszugleichen. Zuvor musste allerdings noch geklärt werden, ob auf der Welt überhaupt genügend Platz ist. Auch mit dieser Frage hat sich Crowther bereits beschäftigt und kam zu dem Ergebnis, dass theoretisch sogar noch 1,2 Billionen Bäume gepflanzt werden könnten.

Die Vereinten Nationen pflanzen bereits Bäume

Wichtig: In die Berechnungen wurden nur Flächen einbezogen, die heute nicht benötigt werden. Bewohnte oder landwirtschaftlich genutzte Gebiete wurden hingegen nicht berücksichtigt. Dies ist wichtig, weil es in den letzten Jahren teilweise zu massiven Rodungen gekommen ist – etwa für den Abbau von Palmöl. Die Vereinten Nationen haben bereits vor einiger Zeit damit begonnen, Bäume zu pflanzen. Ursprünglich war die Aktion als „Billion Tree Campaign“ bekannt. Die darin genannte Zielmarke von einer Milliarde wurde allerdings längst erreicht. Inzwischen firmiert das Programm daher unter dem Namen „Trillion Tree Campaign“ – und will somit eine Billionen Bäume Pflanzen und die Vision von Thomas Crowther Wirklichkeit werden lassen.


Via: The Independent

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1 Kommentar

  1. Andro Wegner

    28. Februar 2019 at 01:24

    Es gibt diverse Aufforstungsprogramme, von Einzelnen, von Organisationen oder Staaten. Einige afrikanische Staaten haben sich zusammen getan, um mit einem riesigen Aufforstungsprogramm die Wüstenbildung zu stoppen. Teils sind daran auch Privat-Initiativen beteiligt.

    China hat riesige Landstriche aufgeforstet. In Ägypten gibt es staatliche und private Initiativen zur Aufforstung der Wüste. Indien und Pakistan hatten bereits riesige Baumpflanz-Aktionen. Die Suchmaschine Ecosia hat über 50.000.000 Bäume gepflanzt, etc.

    Leider stehen dem auf der anderen Seite enorme Verluste durch Abholzung und Waldbrände gegenüber.

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