Vielleicht hat der eine oder andere die Hoffnung bereits aufgeben, es könnte auf dieser Erde noch etwas zu retten sein. Die in Paris vereinbarten Klimaziele erscheinen viel zu ambitioniert – doch welche Katastrophen kommen aus uns zu, wenn wir sie wirklich nicht einhalten können? Eine neue Studie besagt nun, dass wir trotz aller Unkenrufe noch nicht aus dem Rennen sind. Doch wir müssen uns sputen.


Komplizierte Computermodelle bilden die Basis dieser Studie

Die besagte Studie erschien im Fachmagazin „Nature Communications“, sie wurde von Christopher Smith und seinem Team an der University of Leeds erstellt. Die Forscher nutzten komplizierte Computermodelle, um die Wahrscheinlichkeit zu errechnen, ob wir die Pariser Ziele noch erreichen können. Sogar eine Begrenzung auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Wert gilt als realisierbar, was wirklich schon beinahe wie ein Wunder klingt. Auf der Klimakonferenz verpflichteten sich die Staaten „nur“ dazu, den Anstieg der Durchschnittstemperatur der Erde auf weniger als 2 °C zu begrenzen. Nach Möglichkeit sind höchstens 1,5 °C Temperaturanstieg gewünscht. Das halbe Grad entscheidet darüber, ob Inselstaaten, die knapp über dem Meeresspiegel liegen, untergehen oder erhalten bleiben. Auch die die Wahrscheinlichkeit für katastrophale Wetterereignisse nimmt zwischen 1,5 und 2,0 °C Erwärmung stark zu.


Der „Phase out“ muss allerdings sofort beginnen!

Doch nun zu den Bedingungen, unter denen die Klimaziele erreichbar bleiben: Wir müssten direkt mit dem weltweiten „Phase out“ der fossilen Brennstoffe beginnen. Sämtliche noch im Betrieb befindliche Fahrzeuge, Flugzeuge, Kraftwerk und Industrieanlagen, die auf diese Energieträger setzen, müssen am Ende ihrer Lebensdauer emissionsfreien Konkurrenten weichen. Eine vorzeitige Verschrottung ist gar nicht nötig. Die menschlichen CO2-Emissionen müssen so innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte vollkommen eliminiert werden.

Wenn der „Phase out“ erst im Jahr 2030 beginnt, dann werden wir die 1,5-°C-Variante nur mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 50 % erleben. Allerdings ist die Studie nicht ganz genau: Sie berücksichtigt nicht die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung von grünen Stromquellen anfallen. Vielleicht hegen die Forscher die Hoffnung, dass auch dieser Punkt bereits emissionsfrei erledigt werden kann – aber ob diese Annahme wahrscheinlich ist? Außerdem nehmen die Wissenschaftler stillschweigend an, dass in den nächsten drei Jahren keine CO2-Emissionen mehr aus der Viehhaltung zu berücksichtigen sind und dass die gesamte Landwirtschaft spätestens im Jahr 2100 emissionsfrei ist.

Wir sehen also: Die Klimaziele lassen sich rein technisch realisieren, jedoch können wir über die echte Wahrscheinlichkeit, pünktlich ans Ziel zu gelangen, kaum etwas sagen. Denn welche Maßnahmen wann ergriffen werden, das steht noch in den Sternen.

Quelle: spiegel.de

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